Der Fall Ulrike Noch immer keine heiße Spur
Eberswalde - Auch die molekulargenetische Untersuchung des Fahrrads der 12-Jährigen brachte die Beamten nicht weiter. "Sie ergab keinen konkreten Täterhinweis", sagte Petra Marx, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder).
Ulrike wird seit dem 22. Februar vermisst. Die Schülerin verschwand auf dem Weg zum Handballtraining. Lediglich ihr Fahrrad wurde gefunden, an dem Autolackspuren entdeckt wurden. Die Polizei nimmt an, dass die 12-Jährige von einem weißen VW Polo angefahren und fortgebracht wurde. Das zuvor in Strausberg gestohlene Auto wurde noch am Tage von Ulrikes Verschwinden in Bernau, etwa 20 Kilometer von Eberswalde entfernt, in Brand gesteckt. In dem Fahrzeugwrack fanden sich Reste von Gegenständen, die Ulrike gehören, darunter eine Haarspange. Die Untersuchung des Wagens nach genetischen Fingerabdrücken ist nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen.
Nach Informationen der Bild-Zeitung (Donnerstagausgabe) wurden an der Haarspange Hautpartikel gesichert. Bei einer DNA-Analyse seien die Spuren jedoch genetisch nicht dem Kind zugeordnet worden, schreibt das Blatt unter Berufung auf Kreise der Ermittlungsbehörden. Ein Vergleich der DNA-Spuren mit der Datenbank des Bundeskriminalamtes in Wiesbaden, in der die genetischen Fingerabdrücke einschlägiger Sexualstraftäter gespeichert sind, habe bisher "keinen Treffer" ergeben. Von der Staatsanwaltschaft war zunächst keine Stellungnahme dazu zu erhalten.
Die Suche nach der 12-Jährigen ist einer der größten Einsätze der Brandenburger Polizei. Bei tauendem Schnee gebe es günstigere Chancen, etwas zu finden, erläuterte Polizeisprecher Burkhard Heise. Eine großangelegte Suchaktion in einer Berliner Gartenkolonie hatte sich am Dienstagabend als Fehlschlag erwiesen. Ein Zeuge wollte dort einen Mann mit einem Mädchen beobachtet haben, das Ulrike ähnlich sah.
Die Polizei hat erneut das Phantombild eines Tatverdächtigen veröffentlicht. Der Mann, dessen Gesichtszüge von einem Zeugen aber nicht beschrieben werden konnten, ist 20 bis 30 Jahre alt, etwa 1,75 Meter groß, hat nackenlanges, lockiges Haar und trug dunkle Bekleidung. Ein weiteres Phantombild wurde zurückgezogen. Die darauf dargestellte Person sei auf Grund der Ermittlungen nicht mehr tatverdächtig, sagte ein Polizeisprecher.