SACHBUCH Der Mann aus den Trümmern
Als der Nordturm des World Trade Center einstürzte, war Richard Picciotto noch im Treppenhaus. Picciotto, New Yorker Feuerwehrmann, hatte vorher miterlebt, wie der Südturm eingestürzt war, er wusste daher, was dieses Donnern von oben zu bedeuten hatte. »Bitte, Gott«, dachte er, »lass es schnell gehen.« Acht endlose Sekunden dauerte der Einsturz, und als die vorüber waren, dachte Picciotto: »Gar nicht so schlecht, dieses Totsein.« Es dauerte eine Weile, bis er begriff: Er hatte das Unüberlebbare überlebt. Eine Reihe von aberwitzigen Zufällen hatte ihn an die wahrscheinlich einzige Stelle des Trümmerhaufens geschubst, wo man nicht zerquetscht wurde: in einen Hohlraum irgendwo unter den Stahlmassen. Die Angst blieb: Wahrscheinlich würde ihn niemand finden, er würde verhungern, verdursten oder verbrennen. Über den Einsturz der Türme und seine wundersame Rettung hat Picciotto jetzt einen spannenden Augenzeugenbericht geschrieben - gewidmet seinen 343 Kollegen, die in den Trümmern des World Trade Center umkamen.
Richard Picciotto: »Unter Einsatz meines Lebens«. Malik Verlag,München; 252 Seiten; 19,90 Euro.