Der Wind "Baumeister der Lawine"
München - Ungeachtet aller Lawinenwarnstufen muss in den Alpen immer mit dem Abgang auch größerer Lawinen gerechnet werden. "Wer sich im alpinen winterlichen Gelände bewegt, muss immer mit gewissen Gefahren rechnen", sagte der Leiter der Bayerischen Bergwacht, Wilhelm Beeker, am Dienstag. In dem österreichischen Unglücksgebiet habe wie in den gesamten deutschen Alpen mit Warnstufe zwei lediglich "mäßige Lawinengefahr" gegolten.
Abseits der Pisten sei jede Menge Erfahrung notwendig, um die tatsächlichen Gefahren einschätzen zu können, sagte Beeker weiter. Im Zweifelsfall sollten sich Urlauber stets einem erfahrenen Führer anvertrauen.
Tourengeher etwa sollten niemals auf lebenswichtige Instrumente verzichten. "Wer sich ins Gelände begibt, sollte Piepser, Schaufel und Sonde bei sich haben", sagte Beeker. Durch den Piepser können Verschüttete schneller von Helfern geortet werden. Die Sonden - meterlange Stäbe zum Durchstochern der tiefen Schneemassen - und die Schaufeln dienten der Rettung von Lawinenopfern, sagte Beeker weiter.
In diesem Winter habe es in den Alpen viele, aber nicht extrem viele Lawinenabgänge gegeben, sagte der Experte. Dies hänge vor allem mit den großen Schneemengen und den teilweise hohen Windgeschwindigkeiten zusammen, die immer wieder Schneeverfrachtungen verursacht hätten. "Der Wind ist der Baumeister der Lawine", warnte der Bergwacht-Chef.