Deutsche Chefs Armutszeugnis von den Mitarbeitern
Bonn - Wenig kritikfähig, wenig selbstkritisch, zudem unfähig, Mitarbeiter zu motivieren oder deren Leistungen ausdrücklich anzuerkennen - so beurteilen die deutschen Angestellten ihre Bosse, berichtet der Bonner Informationsdienst "Neues Arbeitsrecht für Vorgesetzte" auf Grundlage einer Studie der Universität Hamburg.
Danach kritisieren fast 74 Prozent von 600 Befragten die Unfähigkeit ihres Chefs, sein Team zu motivieren. Etwas mehr als 67 Prozent vermissen Anreize zur Weiterentwicklung, fast ebenso vielen (64,5 Prozent) fehlt das selbstkritische Denken ihres Chefs. 63,6 Prozent sehen keine oder kaum Chancen, sich kritisch äußern zu können. So sei es nur logisch, dass 63,2 Prozent der Mitarbeiter ihren Vorgesetzten die Fähigkeit zur Konfliktbewältigung absprächen, berichtet der Informationsdienst.
Knapp 53 Prozent der Arbeitnehmer seien frustriert, weil selten auf ihre Anregungen eingegangen werde, heißt es in der Studie. Jeder zweite Mitarbeiter beklage sich, von Führungskräften nicht ausreichend informiert zu werden, keine Anerkennung für die Arbeit zu erfahren und dass der Vorgesetzte im Team kein "Wir-Gefühl" empfindet.