Deutsche Geisel auf Jolo "Die Bedingungen sind schlecht"
Berlin/Manila/Jolo - "Die Bedingungen hier sind sehr schlecht und sie werden jeden Tag schlimmer", sagte der gekidnappte Erdkundelehrer Werner Wallert aus Göttingen am Montag auf CNN. Allerdings würden die Entführten "absolut korrekt" behandelt. Er appellierte an die Behörden, eine friedliche Lösung in dem Geiseldrama zu suchen.
Die Fernsehbilder von CNN zeigten die 21 Geiseln zusammengepfercht auf 20 Quadratmetern in einer Bambushütte. Eine Frau weinte. Neben einer dreiköpfigen deutschen Familie zählen Südafrikaner, Franzosen, Finnen, Malaysier und Filippinos zu den Entführten.
Acht Tage, nachdem sie aus dem malaysischen Tauchparadies Sipadan entführt wurden, sind die Geiseln hungrig und erschöpft. Am Montag brach die erste Geisel unter den Strapazen zusammen. Die Südafrikanerin habe die Anstrengungen nicht mehr ausgehalten, sagte ein Sprecher der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf in einem Radio-Interview.
Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte am Montag, inzwischen sei eine erste Sendung von Nahrungsmitteln, Medikamenten, Trinkwasser und Hygieneartikeln auf der Insel Jolo angekommen. Zusammengestellt wurden die Hilfslieferungen vor allem von der deutschen, französischen und finnischen Botschaft in Manila. Ein Mittelsmann habe die Pakete mit einem Schnellboot zu der Insel gebracht. Auch eine philippinische Ärztin sei inzwischen bei den Geiseln.