AUSSTELLUNGEN Deutsche Idyllen
Ein Schlosspark in Potsdam, der Heringsdorfer Strand, ein Picknickplatz in Pömmelte - Eva Leitolfs Fotografien zeigen deutsche Idyllen, die so idyllisch allerdings nicht sind. Für ihr Werk »Deutsche Bilder - eine Spurensuche«, vom 25. Juli an in der Münchner Pinakothek der Moderne zu sehen, reiste die Künstlerin durch Deutschland und fotografierte Tatorte fremdenfeindlicher Gewalt. In einer ersten Serie, die Leitolf zwischen 1992 und 1994 aufnahm, dokumentiert sie die Tatorte und deren unmittelbares Umfeld: ausgebrannte Wohnungen, schockierte Opfer, Glatzköpfe in Bomberjacken. In einer zweiten Reihe, ab 2006 entstanden, konzentriert sich die Fotografin auf die Orte des Geschehens. Spuren der Gewalt sucht der Betrachter auf diesen Fotos vergebens; es sind friedliche, meist menschenleere Motive, die deutschen Alltag zeigen, zwischen Badesee und Bahnhofshalle. Erst die Tatbeschreibungen neben den Bildern machen klar, was an diesen Orten passiert ist: Im Schlosspark wurde eine Hochzeitsgesellschaft verprügelt; am Heringsdorfer Strand wurde eine Gruppe Jugendlicher zusammengeschlagen; mitten in Pömmelte beschimpften ausländerfeindliche Täter einen Zwölfjährigen aus Sachsen-Anhalt, bedrohten, würgten, demütigten und misshandelten ihn schwer.