Deutsche Touristen Nur ein Wunder kann Vermisste retten
Khao Lak - In dem von vielen Deutschen bewohnten Sofitel-Hotel in Khao Lak sind möglicherweise mehr als 200 der 415 Gäste ums Leben gekommen. Die Hotelgruppe Accor teilte mit, dass die Hälfte der Touristen vermisst werde. "Es gibt zwar immer noch Hoffnung für einen Teil der Vermissten, aber leider nur für eine Minderheit von vielleicht ein paar Dutzend", sagte Accor-Chef Jean-Marc Espalioux. "Für den Rest haben wir kaum noch Hoffnung, es sei denn, es geschehen noch Wunder. 60 bis 70 Prozent der Gäste seien Deutsche gewesen. Radiosender in Hongkong berichteten von einem Deutschen aus Hongkong, der mit zwei seiner Söhne in Khao Lak ums Leben gekommen sei. Dies habe seine chinesische Frau mitgeteilt, hieß es in den Berichten.
Nach einem Bericht der "Ruhr-Nachrichten" sind auch drei Mitglieder einer fünfköpfigen Familie aus Dorsten bei Recklinghausen gestorben. Nur die beiden Töchter überlebten, als die Familie auf einer Busreise an der Küste der thailändischen Urlauberinsel Phuket von der Flutwelle überrascht wurde, berichtete das in Dortmund erscheinende Blatt heute. Die Eltern und ihr Sohn seien von einer thailändischen Verwandten in einem Tempel mit zahlreichen Leichen entdeckt worden.
Bundesaußenminister Joschka Fischer hatte am Dienstag von einer "dreistelligen Zahl" Vermisster gesprochen. Allein in der vorwiegend von Deutschen bewohnten Hotelanlage "Magic Lagoon Khao Lak" rund 50 Kilometer nördlich von Phuket werden mehr als 200 Tote befürchtet. Von den über 400 Gästen seien bis Dienstagabend nur 151 lebend gefunden worden, teilte der Betreiber des Hotels mit.
Am Dienstagabend startete eine Maschine der Bundesluftwaffe nach Phuket, um Verletzte auszufliegen. Ein zweiter Luftwaffen-Airbus sollte nach Bangkok fliegen, um dort gestrandete Touristen aufzunehmen und nach Hause zu bringen. Das Bundesinnenministerium entsandte Beamte der Bundeskriminalamtes und Gerichtsmediziner nach Thailand, die bei der Identifizierung der Opfer helfen sollen.
Die Fluggesellschaft Condor hat bis Dienstagabend rund 1000 Urlauber aus dem Katastrophengebiet in Südasien nach Deutschland gebracht. Wie der Tourismuskonzern Thomas Cook mitteilte, würden für Mittwoch weitere rund 1100 Rückkehrer erwartet. Aus Phuket in Thailand sollten bis zu 900 Urlauber kommen. Aus Sri Lanka würden 260 Touristen auf dem Frankfurter Flughafen erwartet. Die Passagiere würden bereits während des Fluges psychologisch und medizinisch betreut.