Diamantenkäufer: Wer ist Joseph Lau?
Weltrekord bei Schmuckauktion Diamanten für Lau
Der Mann, der in dieser Woche zwei ungewöhnliche Rekorde brach, wollte ursprünglich anonym bleiben. So wie es in der verschwiegenen Welt der Liebhaber von sündteurem Schmuck gang und gäbe ist.
Am Dienstag versteigerte das Auktionshaus Christie's den größten rosafarbenen Diamanten im Cushion-Schliff, der je unter den Hammer kam - für 28,6 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 26,6 Millionen Euro. Wenig später wechselte der blaue Diamant "Blue Moon" den Besitzer - für 48,4 Millionen US-Dollar. Es ist der höchste Preis, der je bei einer Auktion für einen farbigen Diamanten erzielt wurde.
Nur spärlich flossen die offiziellen Informationen. Ein Geschäftsmann aus Hongkong habe in beiden Fällen den Zuschlag erhalten. Das war's. Doch dann gab sich der Käufer doch noch zu erkennen, womöglich weil das öffentliche Interesse kaum zu bändigen war. Der Mann heißt Joseph Lau. Ein Immobilieninvestor.
Platz 114 auf der "Forbes"-Liste
Auf der renommierten "Forbes"-Liste der reichsten Menschen der Welt rangiert Lau auf Platz 114. Aktuelles Vermögen: etwa zehn Milliarden US-Dollar. Geboren wurde Lau 1951 in der damaligen britischen Kronkolonie Hongkong, wo er auch heute noch lebt. Nach Angaben der "South China Morning Post" ist er mit gleich zwei Frauen liiert.
Die Edelsteine benannte Lau nach seiner siebenjährigen Tochter Josephine: "Sweet Josephine" und "Blue Moon of Josephine". Bereits im Jahr 2009 hatte Lau einen blauen Diamanten ersteigert, den nannte er "Star of Josephine". Der Preis damals war vergleichsweise niedrig: 9,5 Millionen US-Dollar.
Nach Medienberichten sammelt Lau nicht nur Schmuck, sondern auch Weine und Kunst. Das Warhol-Gemälde des chinesischen Diktators Mao Zedong soll Lau für 17,4 Millionen Dollar ersteigert haben.
Lau studierte in den Siebzigerjahren in Kanada. Er hält die Mehrheit an dem Immobilienunternehmen Chinese Estates Holding. Darüber hinaus machte er sein Vermögen mit Aktiengeschäften und Firmendeals.
Unbescholten ist sein Ruf nicht: Im vorigen Jahr wurde er in der früheren portugiesischen Kolonie Macao wegen Bestechung zu einer mehr als fünfjährigen Haftstrafe verurteilt. Er musste sie bisher nur deshalb nicht antreten, weil Macao mit Hongkong kein Auslieferungsabkommen hat.