Dickey Betts, 80 - Nachruf - DER SPIEGEL
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Gestorben Dickey Betts, 80

• aus DER SPIEGEL 18/2024
Foto:

Jefrey Mayer / Alamy / mauritius images

Er war ein klassischer »musicians musician«, ein Gitarrist, wie ihn vor allem andere Gitarristen zu schätzen wussten. Sogar Fans der Allman Brothers, zu deren Gründungsmitgliedern er gehörte, schrieben seine Soli fälschlicherweise dem kongenialen Kollegen Duane Allman zu. Das Duell gleichberechtigter E-Gitarren hatten die Allman Brothers schon früh etabliert. Ihr Sound, verewigt etwa auf dem Live-Dokument »At Fillmore East« (aufgenommen und erschienen im Jahr 1971), war eine originelle Mischung aus Coun­try, Jazz, Rock und Blues. Er gilt als Fundament, auf dem ein ganzes Genre ruht: Southern Rock, wie ihn auch Lynyrd Skynyrd, ZZ Top oder die Black Crowes spielen.

Nach dem frühen Unfalltod von Duane Allman hielt Betts als Sänger und Komponist nicht nur den Laden zusammen. Er schrieb den Instrumentalklassiker »Jes­sica« und mit »Ramblin’ Man« auch den einzigen US-Top-Ten-Hit der Allman Brothers – von dem sogar Bob Dylan wünschte, er hätte ihn selbst geschrieben. Politisch war er liberal, seine Band stand im US-Präsidentschaftswahlkampf 1976 an der Seite des Demokraten Jimmy Carter. Privat pflegte er einen gefährlichen Lebensstil: Alkohol und andere Drogen forderten immer mal wieder ihren Tribut. Seinen Ruhm konnten sie nicht schmälern. Dickey Betts starb am 18. April in Osprey, Florida.

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