STARS Die Aussteigerin
Brigitte Bardot, für viele Cineasten immer noch die sinnlichste französische Schauspielerin, möchte auf ihre Filme nicht mehr angesprochen werden. »Ich gehöre nicht mehr zum Club«, sagt die heute 72-Jährige in einem gerade auch auf Deutsch erschienenen, reichhaltig bebilderten Buch. Im Gespräch mit dem Pariser Journalisten Henry-Jean Servat verrät sie darin, als was sie sich seit je eigentlich begreift - als »Wilde« und als »Bäuerin«. Der Rummel um ihre Person habe sie damals »abgrundtief angewidert«. Zum letzten Mal besuchte Bardot das Festival in Cannes Ende der sechziger Jahre in Begleitung ihres damaligen Ehemanns Gunter Sachs. Ihr Auftritt im Smoking versetzte das Publikum in Raserei. Die Polizei war dem Tumult nicht gewachsen, von Panik ergriffen flüchtete Bardot von der Bühne. In den Neunzigern driftete sie politisch nach rechts und musste sich wegen »Aufwiegelung zum Rassismus« sogar vor Gericht verantworten. Diese Phase wird im Interview diskret verschwiegen, dafür liest man viel über Bardots Meriten als Tierschützerin: Vom neuen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy erwartet sie die Durchsetzung eines Gesetzes, nach dem Schlachtvieh vor der Tötung betäubt werden muss. Zur Erholung löst die Ex-Diva die Kreuzworträtsel der Zeitung »Le Figaro": Als dort kürzlich »zwei Initialen, die die Welt entflammten«, gesucht wurden, habe sie immerhin noch sofort gewusst, welche Buchstaben da hineingehörten - BB.
Brigitte Bardot:"Mein privates Leben«. Langen Müller Verlag, München; 144 Seiten; 29,90 Euro.