Die Gen-Datei des BKA: Sammlung der Schwerverbrecher - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Die Gen-Datei des BKA Sammlung der Schwerverbrecher

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Die Einrichtung einer zentralen Gendatenbank beim Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden wurde 1998 gesetzlich ermöglicht. Gespeichert werden DNA-Muster von verurteilten Straftätern und Beschuldigten, denen ein schweres Verbrechen zur Last gelegt wird. Voraussetzungen sind ein Richterbeschluss und eine Prognose, dass der Betreffende auch künftig wieder eine schwere Straftat begehen könnte. Nach Angaben eines BKA-Experten vom Februar sind bereits etwa 90.000 DNA-Muster in die Datenbank gestellt worden. Damit habe man bisher "schon 900 Treffer produziert". In diesen Fällen konnten die Experten Spuren ungelöster Fälle Personen zuordnen, deren genetischer Fingerabdruck gespeichert war.

Der genetische Fingerabdruck ist eine der besten und eindeutigsten Spuren für Kriminalermittler. Denn die DNA, der Träger der Erbinformation, ist bei jedem Menschen anders zusammengesetzt. Der Gen-Abdruck kann von Blut, Sperma, Haaren oder Speichel gewonnen werden. Schon winzige Hautschüppchen reichen aus. Mit Computerhilfe erstellen die Molekulargenetiker ein Gen-Profil.

Seit die Technik für die DNA-Analyse perfekter und schneller geworden ist, wird sie nicht mehr nur bei Mord, Totschlag und Sexualdelikten angewendet. Auch Bankräuber sind so schon überführt worden. Die DNA-Analyse hat aber auch dazu beigetragen, Verdächtige zu entlasten. Bei etwa der Hälfte aller Tötungs- und Sexualdelikte werden nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin Spuren mit Erbinformationen gefunden.