Die Pegel steigen stündlich: Warten auf die Welle - DER SPIEGEL
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Die Pegel steigen stündlich Warten auf die Welle

In den Hochwassergebieten Sachsens und Sachsen-Anhalts bangen die Menschen vor einer Rekordflut ungeahnten Ausmaßes. Bis zu 15 Zentimeter pro Stunde steigen derzeit die Pegelstände am Oberlauf der Elbe. Tausende flüchten vor den Wassermassen, in Dresden drohen weitere Stadtteile in den Fluten zu versinken.
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Ein Ausflugsschiff wartet am Dienstag in Regensburg vergeblich auf Fahrgäste: Die hohen Wasserstände der Flüsse Donau und Regen haben große Teile Bayerns überschwemmt. Die Schifffahrt ist eingestellt

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Foto: DDP
Umgekippte Autos und Berge von Schrott in der Altstadt von Meißen: Mindestens neun Menschen starben bei den Überflutungen in Sachsen

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Foto: AFP
Ein Feuerwehrmann reicht den Bewohnern eines überschwemmten Bauernhofes im österreichischen Bergham Mineralwasserflaschen

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Foto: AP
Nachdem am Mittwoch der Wasserpegel des Flüsschens Flöha über einen Meter gefallen ist, werden die Schäden an Straßen, Brücken und Häusern sichtbar: Die Kleinstadt Flöha im Kreis Freiberg ist praktisch zweigeteilt, weil die einzige Straßenbrücke von den Hochwasserfluten mitgerissen wurde

Nachdem am Mittwoch der Wasserpegel des Flüsschens Flöha über einen Meter gefallen ist, werden die Schäden an Straßen, Brücken und Häusern sichtbar: Die Kleinstadt Flöha im Kreis Freiberg ist praktisch zweigeteilt, weil die einzige Straßenbrücke von den Hochwasserfluten mitgerissen wurde

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Dramatische Szenen bei der Evakuierung der Einwohner von Grimma

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Bundeswehrsoldaten beseitigen am Mittwoch Trümmer eines durch die Hochwasserkatastrophe teilweise zerstörten Hauses in der sächsischen Kleinstadt Glashütte

Bundeswehrsoldaten beseitigen am Mittwoch Trümmer eines durch die Hochwasserkatastrophe teilweise zerstörten Hauses in der sächsischen Kleinstadt Glashütte

Foto: DDP
Dresdner Feuerwehrleute untersuchen das Wrack eines Jeeps: Einwohner der Stadt Dresden begannen am Mittwoch mit den Aufräumarbeiten, nachdem der Pegel der Elbe nicht mehr anstieg

Dresdner Feuerwehrleute untersuchen das Wrack eines Jeeps: Einwohner der Stadt Dresden begannen am Mittwoch mit den Aufräumarbeiten, nachdem der Pegel der Elbe nicht mehr anstieg

Foto: AP
Ein Mitglied der Hilfskräfte paddelt in einem Kajak in das Stadtzentrum von Prag: Die tschechische Hauptstadt erlebt die schlimmste Flutkatastrophe seit mehr als einem Jahrhundert

Ein Mitglied der Hilfskräfte paddelt in einem Kajak in das Stadtzentrum von Prag: Die tschechische Hauptstadt erlebt die schlimmste Flutkatastrophe seit mehr als einem Jahrhundert

Foto: AFP
Ein vom Hochwasser umgerissenes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Meißen wird am Mittwoch am Stadtrand von Bergungsspezialisten untersucht: Durch das Hochwasser wurden fast alle Häuser in der Altstadt überflutet

Ein vom Hochwasser umgerissenes Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Meißen wird am Mittwoch am Stadtrand von Bergungsspezialisten untersucht: Durch das Hochwasser wurden fast alle Häuser in der Altstadt überflutet

Foto: DPA
Der Moldau ist über die Ufer getreten: Die tschechische Hauptstadt Prag wurde zu großen Teilen überschwemmt

Der Moldau ist über die Ufer getreten: Die tschechische Hauptstadt Prag wurde zu großen Teilen überschwemmt

Foto: AP
Luftbild von Passau am frühen Mittwochmorgen: Donau und Inn verursachten die schlimmsten Überschemmungen seit fast 50 Jahren

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Foto: AP
Helfer stapeln Sandsäcke, um den Bereich Stadtamthof in Regensburg vor den Wassermassen der Donau zu schützen

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Foto: AP
Ein kleiner Junge steht am Mittwoch inmitten von Trümmern in der durch die Hochwasserkatastrophe stark in Mitleidenschaft gezogenen sächsischen Kleinstadt Glashütte

Ein kleiner Junge steht am Mittwoch inmitten von Trümmern in der durch die Hochwasserkatastrophe stark in Mitleidenschaft gezogenen sächsischen Kleinstadt Glashütte

Foto: DDP
Das Hochwasser der Elbe hat am Mittwoch die Spielstätte des Fussball-Regionalligisten Dresdner SC, das "Heinz-Steyer-Stadion" überflutet: Das für Sonntag angesetzte Punktspiel gegen die Amateure von Werder Bremen wurde abgesagt

Das Hochwasser der Elbe hat am Mittwoch die Spielstätte des Fussball-Regionalligisten Dresdner SC, das "Heinz-Steyer-Stadion" überflutet: Das für Sonntag angesetzte Punktspiel gegen die Amateure von Werder Bremen wurde abgesagt

Foto: DDP
In der Dresdner Straße von Glashütte im Erzbegirge liegen am Mittwoch fast zwei Meter Schutt und Schlamm: Alle Zufahrtsstraßen wurden durchs Hochwasser zerstört

In der Dresdner Straße von Glashütte im Erzbegirge liegen am Mittwoch fast zwei Meter Schutt und Schlamm: Alle Zufahrtsstraßen wurden durchs Hochwasser zerstört

Foto: DPA
Dieses Haus in Weesenstein wurde Opfer der Müglitz: Der Regen der vergangenen Tage hatte den kleinen Gebirgsbach zu einem wilden Fluss anschwellen lassen, der alles mit sich gerissen hat.

Dieses Haus in Weesenstein wurde Opfer der Müglitz: Der Regen der vergangenen Tage hatte den kleinen Gebirgsbach zu einem wilden Fluss anschwellen lassen, der alles mit sich gerissen hat.

Foto: AFP




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Hamburg - In Bitterfeld und im Kreis Delitzsch in Sachsen Anhalt sank der Wasserstand der Mulde hingegen ein wenig - Entwarnung gab es jedoch nicht. Die Zahl der bei der Flutkatastrophe in Sachsen ums Leben gekommenen Menschen stieg auf neun. Letztes Opfer war ein 52 Jahre alter Mann, der in Grimma im Muldentalkreis aller Wahrscheinlichkeit nach ertrank. Er wurde am Mittwochabend in seiner überschwemmten Wohnung tot aufgefunden, teilte der Krisenstab mit.

In Dresden bereiteten sich Einwohner und Helfer auf die zweite Flutwelle aus Richtung Tschechien vor. In Nordböhmen mussten wegen des Rekord-Pegelstandes der Elbe bereits weite Teile der Stadt Usti nad Labem (Aussig) evakuiert werden. In Prag entspannte sich die Situation leicht. Der Wasserstand der Moldau, die innerhalb der vergangenen zwei Tage fast zehn Prozent der Stadtfläche überschwemmte, sank seit Mittwochabend stündlich um etwa sieben Zentimeter. Tausende Prager müssen jedoch weiter in ihren Notunterkünften bleiben. Auch an der Donau in Niederbayern zeichnete sich eine leichte Entspannung ab, in Straubing südöstlich von Regensburg hielten die Dämme den Wassermassen stand.

In Dresden gaben die Rettungshelfer in der Nacht einen Deich im Stadtteil Gohlis auf. Der Damm drohe zu brechen, das Wasser fließe bereits durch, teilte das Lagezentrum des sächsischen Innenministeriums am frühen Morgen mit. Aus Krankenhäusern der Stadt wurden 170 Intensivpatienten per Hubschrauber oder auf dem Landweg in andere Krankenhäuser in ganz Deutschland verlegt. In den Morgenstunden sollte entschieden werden, ob 1400 weitere Patienten aus Dresdener Krankenhäusern in andere Kliniken gebracht werden müssen.

Nach Angaben des Krisenstabes wird die Elbe am Donnerstagmorgen gegen 11.00 Uhr in Dresden einen Pegelstand von bis zu 8,50 Metern erreichen - mehr als das Vierfache des sonst üblichen Wertes. Jörg Kachelmann, Chef des Wetterdienstes Meteomedia, hielt sogar einen Hochwasserstand von 9 Metern für möglich. Die aktuellen Pegelstände in Sachsen sind auch im Internet unter www.sachsen.de abrufbar.

In dem vom Muldehochwasser bedrohten Katastrophengebiet Bitterfeld-Dessau in Sachsen-Anhalt kämpften in der Nacht noch hunderte Helfer gegen die Fluten. Aus der völlig unter Wasser stehenden Gemeinde Jeßnitz retteten Einsatzkräfte in der Nacht vier Personen. Die Stadt mit rund 3900 Einwohnern ist den Angaben zufolge nun komplett evakuiert. In Bitterfeld sicherten Helfer Dämme zum Schutz des Stadtzentrums und des Chemieparks. Langsam fallende Pegelstände der Mulde sorgten dort für eine leichte Beruhigung. Für den Chemiepark bestehe keine akute Gefahr, hieß es im Krisenstab. In Magdeburg und Schönebeck an der Elbe bereiteten sich die Menschen auf den Katastrophenfall vor.

Nach Angaben von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) wird das Hochwasser in den Elbegebieten Brandenburgs voraussichtlich ein weit größeres Ausmaß annehmen als die Oderflut von 1997. In Mühlberg an der Elbe wurde am Mittwochabend Katastrophenalarm ausgerufen. Dort stand der Fluss bereits nur noch 1,50 Meter unter der Deichkrone.

In Niederbayern passierte die größte Donau-Flut seit Jahrzehnten in der Nacht Straubing, ohne größere Schäden anzurichten. Die Dämme hielten dem Hochwasser stand. Auch in dem weiter östlich gelegenen Deggendorf hielten in der Nacht die Deiche. Dort wird der Höchststand von 7,70 Meter gegen 10.00 Uhr erwartet. Das verheerende Donau-Hochwasser hatte am Mittwoch Regensburg erreicht. Die befürchtet Katastrophe war jedoch ausgeblieben. Im überfluteten Passau hatte sich die Lage im Laufe des Mittwochs weiter entspannt.

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