Die Rache des Boulevards "Bild" blickt in die Prinzenhose
Hannover - In ihrer Donnerstagausgabe zeigt die "Bild" gleich eine ganze Fotostrecke von Ernst August. Die Bilder sollen beweisen, dass der Prinz beim Urinieren gegen die Außenfassade des türkischen Pavillons auf der Expo 2000 erwischt wurde. Immerhin: Etwas Mitleid hat das Blatt mit seinen Lesern. Eine vergrößerte Detailaufnahme der offenen Hose ist an der entscheidenden Stelle verdeckt.
Die Fotos stammen angeblich von einem Expo-Besucher, der den Prinzen aus dem türkischen Pavillon heraus abgelichtet hat. Ernst August hatte bei der türkischen Botschaft bestritten, dass er sich bei seinem Expo-Rundgang am Nationentag Monacos an der türkischen Fassade erleichtert habe. Der Hamburger Rechtsanwalt Matthias Prinz, der Ernst August und seine Frau Caroline schon oft vertreten hatte, prüft nach Angaben seiner Kanzlei derzeit rechtliche Schritte gegen die Presseberichte über die "Pinkel-Affäre".
Von deren Seite kam mittlerweile bereits die dritte Anzeige. Auch der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Paul C. Martin zeigte den Prinzen wegen Beleidigung an. In den Schimpfanrufen bei der Leiterin der hannoverschen Redaktion soll auch Martin persönlich beleidigt worden sein. Auch in der Mittwochausgabe der "Bild" fanden sich Neuigkeiten vom Prinzen: Er befinde sich mit seiner Frau im "Parkschlösschen Bad Wildstein", stand dort. Die Zeitung wisse zwar nicht, ob die beiden sich der harten, zehntägigen "Panchakarma-Kur" unterzögen, "Bild" hat aber offenbar Hoffnung, was den Zustand des Prinzen angeht: Seit Dienstag habe es keine neuen obszönen Anrufe mehr gegeben.