Die Reichenau Kirchenmänner und Gelehrte
Konstanz - Die von der Unesco "geadelte" Bodensee-Insel Reichenau blickt auf eine über 1 300-jährige Siedlungsgeschichte zurück. Kirchenmänner und Gelehrte, kunstsinnige Mönche sowie Meister der Malerei und der Schmiedekunst haben den Ruf dieses Kleinods des Abendlandes in die ganze damals bekannte Welt getragen.
Die Blütezeit der "reichen Au" ist eng mit den Karolingern, deren Herrschaft im deutschen Teil des Reiches 911 endete, und den auf sie folgenden Ottonen-Kaisern verbunden. Das Kloster galt einst als die bedeutendste karolingische Abtei und als kulturelles Zentrum des Reiches. Hier entstanden die schönsten Handschriften, wurde die Kunst der Miniatur- und Buchmalerei begründet.
Vom einstigen Glanz des klösterlich geprägten Eilands zeugen heute vor allem drei Gotteshäuser - das Münster St. Maria und Markus sowie die Kirchen St. Georg und St. Peter und Paul. Weltberühmt sind die einzigartigen Fresken in St. Georg. Im Münster steht der Markus- Schrein, der angeblich die Überreste des Evangelisten birgt.
Die Kunst- und Kirchenschätze der Reichenau hat es im Laufe der Jahrhunderte in Museen in ganz Europa verschlagen. Mit der endgültigen Säkularisierung Anfang des 19. Jahrhunderts verlegten sich die Inselbewohner auf Gartenbau und Landwirtschaft. Die 430 Hektar große Reichenau ist heute ein wichtiges Zentrum des Gemüseanbaues. Auch hier wirkt das Schaffen der Mönche nach, die einst den Gartenbau auf die Insel gebracht hatten.