»Titanic«: Berühmtes Wrack zerfällt langsam - DER SPIEGEL
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Berühmtes Wrack im Nordatlantik Die »Titanic« zerfällt langsam

Der Mythos »Titanic« ist ungebrochen. Aber die jüngste Tauchexpedition zeigt immer mehr Schäden am Wrack des Luxusliners. Ein Teil der berühmten Bugreling fehlt inzwischen. Es gibt jedoch auch positive Neuigkeiten.
Bug der »Titanic« mit einem großen Teil der fehlenden Reling
Bug der »Titanic« mit einem großen Teil der fehlenden Reling

Bug der »Titanic« mit einem großen Teil der fehlenden Reling

Foto: RMS Titanic Inc. / Ap / dpa

Die »Titanic« verfällt unaufhaltsam in ihrem Meeresgrab. Deutlich sichtbar ist das am Bug des Schiffes, wie Fotos und Videoaufnahmen von der jüngsten Tauchexpedition zum Wrack im Nordatlantik zeigen.

Die vordere Spitze des 1912 gesunkenen Luxusliners ist durch James Camerons Schiffsdrama »Titanic« fast schon ikonisch verewigt worden. Millionen Zuschauer kennen das rührende Bild von Jack (Leonardo DiCaprio) und Rose (Kate Winslet) mit ausgestreckten Armen am Bug des Schiffes und Jacks Freudenruf »Ich bin der König der Welt« – vorn am Geländer des Ozeanriesen. Dort klafft nun auf der Backbordseite des Schiffes ein großes Loch.

Berühmte Filmszene: Jack (Leonardo DiCaprio) und Rose (Kate Winslet) mit ausgestreckten Armen

Berühmte Filmszene: Jack (Leonardo DiCaprio) und Rose (Kate Winslet) mit ausgestreckten Armen

Foto:

Paramount Pictures / picture alliance

Der Bug habe mittlerweile einen rund viereinhalb Meter langen Teil seiner Reling eingebüßt, der nun auf dem Meeresboden liege, erklärte das Unternehmen RMS Titanic, Inc., Besitzer des wohl berühmtesten Schiffswracks der Welt, in einem X-Post. Jahrzehntelang sei er ein Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit der »Titanic« gewesen.

Die drastische Veränderung auf den Bildern erinnere daran, dass das Schiff tatsächlich zerfalle. »Nach 112 Jahren auf dem Grund des Nordatlantiks fordert die feindliche Ozeanumgebung ihren Tribut«, bilanziert das Unternehmen.

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Bei der Expedition im Juli und August – der ersten des Unternehmens seit 2010 – wurden demnach mehr als zwei Millionen Fotos des Wracks gemacht. Der Luxusdampfer, bei seiner Einweihung als unsinkbar beworben, war auf seiner Jungfernfahrt 1912 von Southampton nach New York mit einem Eisberg zusammengestoßen und gesunken. Dabei starben rund 1500 der mehr als 2200 Menschen an Bord. Das Wrack wurde 1985 südöstlich der kanadischen Provinz Neufundland in rund 3800 Metern Meerestiefe gefunden.

Wertvolle Funde

Das Trümmerfeld am Ort der tragischen Katastrophe ist für Forscher aber auch eine Schatzgrube. Bei der Expedition wurden nach Angaben von RMS Titanic  zahlreiche Artefakte ausfindig gemacht, die in künftigen Missionen gehoben werden sollen. Darunter befindet sich ein Kleinod, dessen Wiederentdeckung auf dem Meeresboden die Forscher regelrecht beglückte: Es handelt sich um eine rund 60 Zentimeter hohe Bronzestatue der römischen Göttin Diana, die einst auf dem Kaminsims einer Erste-Klasse-Lounge thronte.

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Die Kabine sei beim Sinken des Schiffes aufgebrochen und die Statue herausgespült worden, heißt es in einer Mitteilung. Am letzten Tag des jüngsten Tauchgangs sei sie in dem Trümmerfeld gesichtet und fotografiert worden. Jetzt seien Dianas »wunderschöne und filigrane« Details erstmals seit 112 Jahren wieder zu sehen.

Zerfall besorgt die Forscher

Der langsame Zerfall des Wracks bereitet den Forschern schon länger Sorge. Mikroorganismen zersetzen das Metall, aus dem das Schiff gebaut wurde, wie RMS Titanic, Inc. schon 2010 mitteilte. Laut der Firma mit Sitz in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia setzen dem Wrack neben den Bakterien, die sich durch die Schiffshülle fressen, auch Rost und Ozeanströmungen zu.

Anfang der Neunzigerjahre hatte sich das Unternehmen die Rechte an der Verwaltung der Wrackstelle gesichert, seitdem organisierte es mehrere Expeditionen. Bislang wurden dabei vor allem technische Gerätschaften, Schmuck, Münzen und andere Erinnerungsstücke geborgen. Sie wurden restauriert und zum Teil ausgestellt.

Trotz aller Bemühungen: Der Zerfall des Wracks sei unabwendbar, schreibt das Unternehmen. Das bestärke die Forscherinnen und Forscher jedoch nur in ihrer Mission, die Zeugnisse der Vergangenheit zu dokumentieren und zu erhalten, bevor es zu spät ist.

wit/dpa

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