Dienstwagen-Debakel: Warten auf den Schlüssel - DER SPIEGEL
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Dienstwagen-Debakel Warten auf den Schlüssel

Ulla Schmidt setzt ihren Urlaub in Deutschland fort - zur Überstellung ihres Dienstwagens fehlt jedoch ein kleines, aber sehr wesentliches Utensil: der Autoschlüssel. Der muss nun eigens vom Hersteller nach Spanien geliefert werden.
Von Simone Utler
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Dénia - Affäre ohne Abschluss: Während Gesundheitsministerin Ulla Schmidt mittlerweile aus ihrem Spanienurlaub zurückgekehrt ist, harrt das Sommerspektakel um den gestohlenen Dienstwagen der SPD-Politikerin immer noch eines Schlusspunktes. Der Wagen konnte bislang noch nicht nach Deutschland zurückgebracht werden.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD): Die Dienstlimousine der Politikerin bleibt vorerst in Spanien

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD): Die Dienstlimousine der Politikerin bleibt vorerst in Spanien

Foto: Z5327 Soeren Stache/ dpa

Die Polizei im spanischen Oliva wartet darauf, dass das Unternehmen Mercedes einen neuen Schlüssel für die Limousine schickt, wie der Sprecher der zuständigen Guardia Civil in Valencia, José Maria Nacarino, SPIEGEL ONLINE sagte. Dann könne das Auto an die deutschen Behörden übergeben werden. Die Spurensicherung sei abgeschlossen, es gebe aber noch keine Tatverdächtigen.

Der Wagen war in der Nacht auf den 22. Juli in Dénia gestohlen und eine Woche später im rund 20 Kilometer weiter nördlich gelegenen Oliva gefunden worden. Am Dienstagabend verständigte ein Anwohner die Guardia Civil, weil ihm auf einer Straße in der Nähe des Strandes ein ihm unbekannter Wagen mit deutschem Kennzeichen aufgefallen war, wie der Polizeisprecher sagte. Die Ermittler schleppten den Wagen auf den Hof der Polizeistation, wo er am Freitag noch stand.

Weitere Details wollten die Ermittler nicht nennen.

Auf die Frage, ob Schmidts Fahrer in der Nacht des Raubs tatsächlich betäubt worden sei, verwies der Polizeisprecher auf die noch laufenden Ermittlungen. Ulla Schmidt hatte am Mittwoch in Berlin erklärt, ihr Fahrer sei laut Attest eines Arztes auch mit Nervengas betäubt worden.

Die Policia Nacional, bei der die Tat in der vergangenen Woche angezeigt worden war, betonte erneut, damals sei von einer Narkotisierung nicht die Rede gewesen, lediglich der Diebstahl sei gemeldet worden.

Schmidt war in Deutschland wegen der Benutzung ihres Dienstwagens im Urlaub heftig kritisiert worden, zuletzt von ihrer Kabinettskollegin Ursula von der Leyen (CDU).

Die Familienministerin sagte dem "Hamburger Abendblatt", man verlange zu Recht von Politikern, Vorbild und Maßstab zu sein: "Das Wichtigste ist, ein Gespür zu behalten für das, was in Ordnung ist", sagte von der Leyen. "Es reicht nicht, die rechtliche Lage zu kennen." Rechtlich habe sich Schmidt "korrekt verhalten", fügte die Ministerin hinzu. "Mit der Frage, ob der Einsatz auch wirtschaftlich war, wird sich der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages sicherlich eingehend befassen."

Von der Leyen versicherte, ihren Dienstwagen nie im Urlaub zu benutzen. "Wenn ich arbeite, dann fahre ich mit dem Dienstwagen. Und im Urlaub muss immer die Familienkutsche her", sagte sie. "Wir haben im Urlaub noch nie den Dienstwagen benutzt."