Disco-Anschlag: Polizei fahndet nach Einzeltäter - DER SPIEGEL
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Disco-Anschlag Polizei fahndet nach Einzeltäter

Erste heiße Spur im Fall um den Handgranaten-Anschlag auf eine Hamburger Discothek. Die Polizei sucht nach einem unbekannten Mann südländischen Aussehens. Ein Verletzter schwebt noch in Lebensgefahr.
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Hamburg - Der Täter soll sich nach Aussage von Augenzeugen im VIP-Raum der Discothek aufgehalten und diesen unmittelbar vor der Explosion rasch verlassen haben. Für die Mordkommission steht fest, dass er "die Handgranate in dem hinteren Raum zwischen den Polstern der Sitzecke ablegte und unmittelbar danach zündete", berichteten die Ermittler.

"Gesichert ist auch, dass sich der Unbekannte bereits zirka eine halbe Stunde vor der eigentlichen Tat in dem Bereich aufgehalten hat. Vermutlich, um die Verhältnisse in der nicht für jeden Gast zugänglichen Zone auszubaldowern. ... Der Tatablauf spricht dafür, dass es der Unbekannte nicht gezielt auf die später verletzten Opfer abgesehen hatte."

Bei dem Täter soll es sich um einen südländisch aussehenden Mann handeln. Er ist zirka 30 Jahre alt, hat längere Haare und war gut gekleidet. Völlig unklar war weiterhin das Tatmotiv. Auch Erkenntnisse über mögliche Hintermänner lagen nicht vor.

Unterdessen rangen die Ärzte auch zwei Tage nach der Bluttat um das Leben eines der Opfer, eines 21-jährigen Hamburgers. Der Zustand einer zunächst ebenfalls lebensgefährlich verletzten 23-jährigen Schleswig-Holsteinerin dagegen stabilisierte sich. Auch zwei weitere der insgesamt neun Verletzten befanden sich noch im Krankenhaus.

Am Samstagmorgen war kurz nach 3 Uhr in der auch bei Prominenten beliebten Discothek `J's" im Stadtteil St. Pauli eine Splitterhandgranate jugoslawischer Bauart explodiert. Zum Zeitpunkt des Anschlags hatten sich rund 1500 Partygäste in der Discothek vergnügt.

Auch die Schauspieler Til Schweiger, Heiner Lauterbach und Heinz Hoenig sowie der Musikproduzent Dieter Bohlen und Lauterbachs Freundin Jenny Elvers waren zeitweilig in dem Szeneclub gewesen, hatten sich nach Angaben der Polizei aber nicht am späteren Detonationsort aufgehalten und waren auch vor der Explosion gegangen. "Ein versuchter Anschlag auf diesen Personenkreis scheidet damit als Motiv aus", erklärte die Polizei.