Disko-Streit Effenberg muss zahlen
München - "Effe" muss für seinen nächtlichen Ausraster in einer Diskothek "P1" teuer bezahlen: Der FC Bayern München verhängte am Dienstag eine Geldstrafe gegen seinen derzeit verletzten Kapitän, nachdem es am Abend zuvor zu einem 45-minütigen Gespräch mit Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge, Manager Uli Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld gekommen war.
"Natürlich hat sich die Version von Stefan ganz anders angehört. Aber unabhängig von der Bewertung ist das weder für den Verein noch für den Spieler okay", sagte Rummenigge. "Als Spieler des FC Bayern ist man ständig auf dem Präsentier-Teller. Da darf so etwas nicht passieren." Über die Höhe der Geldstrafe wollte sich Rummenigge nicht äußern. Es ist indes mit der höchsten Sanktion der Clubgeschichte zu rechnen.
Der Mittelfeld-Regisseur bestreitet, am Wochenende vorsätzlich eine junge Frau ins Gesicht geschlagen zu haben. "Das Ganze war harmlos", sagte der 32-jährige Spieler der "Bild"-Zeitung. Er habe die 32-Jährige "in einer Abwehrreaktion am Kopf getroffen". Die Frau erstattete gegen Effenberg Anzeige wegen Körperverletzung, teilte ein Polizeisprecher in München mit. Bei der 32-Jährigen handele es sich um eine Frau aus London.
Zuletzt war der ehemalige Bayern-Spieler Mario Basler wegen der "Pizzeria-Affäre" in Regensburg vom deutschen Rekordmeister zusammen mit seinem Kollegen Sven Scheuer vom Dienst suspendiert worden. "Damals wurde behauptet, dass man eine konsequente Linie fahren würde und ich deshalb suspendiert wurde", kritisierte Basler seinen ehemaligen Arbeitgeber in der Mittwochsausgabe der "Abendzeitung". "Ich will Stefan nichts böses, aber wenn er wirklich eine Frau geschlagen hat, ist das doppelt schlimm." Schließlich müsse man "unterscheiden, ob es Männlein oder Weiblein ist". Er - Basler - habe dergleichen nie getan.
Effenberg steht derzeit nicht für den deutschen Rekordmeister auf dem Platz, sondern laboriert noch an den Folgen einer Achillessehnen- Operation. Bereits in der Vergangenheit war der Spieler in die Schlagzeilen geraten. 1997 war er von dem Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung frei gesprochen worden. Der gebürtige Hamburger soll damals vor seinem Haus in Mönchengladbach einen Mann getreten und beleidigt haben. Ein Jahr später wurde er wegen Trunkenheit am Steuer mit Führerscheinentzug und einer Geldbuße durch seinen Verein bestraft.