Diskriminierung Proteststurm der Muslime in den USA
New York - Im vergangenen Jahr wurden beim Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen 1019 Protestnoten eingereicht. Das ergab eine Studie, die jetzt veröffentlicht wurde. Im Jahr 2002 gingen dagegen nur 602 Beschwerden ein. Die Betroffenen klagten über körperliche und verbale Gewalt, Belästigungen am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Nachbarschaft sowie über rassistisch motivierte Benachteiligung.
Das Ergebnis sei aber nicht unbedingt als Beinahe-Verdoppelung der Diskriminierungsfälle zu werten. Der registrierte Anstieg könnte auch auf bessere Erfassungsmöglichkeiten zurückgeführt werden. Insgesamt aber hätten die Fälle gesellschaftlicher Benachteiligungen von Muslimen seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 und dem Irak-Krieg stark zugenommen, betonte der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen. "Muslime werden offensichtlich pauschal als Feinde der Vereinigten Staaten eingestuft", hieß es.
Nach Angaben des Rates werden die Gesetze gegen Diskriminierung häufig nicht eingehalten. Vor allem die Einschränkungen von Bürgerrechten im neuen "Patriot Act" treffen Muslime demnach besonders hart. Die meisten Beschwerden (221) kamen aus Kalifornien. New York registrierte 191, Virginia 69 und Texas 57 Diskriminierungsfälle. Zerstörungen des Eigentums von Muslimen hätten sich im vergangenen Jahr auf 93 fast verdoppelt, hieß es weiter. Der Rat rief den Kongress in Washington dazu auf, Anhörungen zu den Ergebnissen der Studie zu starten und die Rechte von Muslimen gesetzlich zu schützen.