DLRG-Bilanz: Zahl der Badetoten steigt enorm - DER SPIEGEL
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DLRG-Bilanz Zahl tödlicher Badeunfälle steigt enorm

Im vergangenen Jahr sind laut DLRG 446 Menschen beim Baden in deutschen Gewässern und Schwimmbädern ertrunken - deutlich mehr als noch 2012. Grund für den Anstieg könnte auch der heiße Sommer gewesen sein. Eine Risikogruppe sind offenbar ältere Schwimmer, die sich überschätzen.
Rettungsschwimmer bei Übung in Altwarmbüchen (Archiv): Mehr tödliche Badeunfälle
Rettungsschwimmer bei Übung in Altwarmbüchen (Archiv): Mehr tödliche Badeunfälle

Rettungsschwimmer bei Übung in Altwarmbüchen (Archiv): Mehr tödliche Badeunfälle

Foto: Peter Steffen/ dpa
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Hannover - Die Zahl der Badetoten ist nach einem Rekordtief im vergangenen Jahr wieder stark gestiegen. 446 Menschen seien 2013 in Deutschland an der Küste, in Binnengewässern oder Schwimmbädern ertrunken, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. 2012 hatte die DLRG 383 Ertrunkene gezählt.

Als einen Grund für den Anstieg nannte DLRG-Präsident Hans-Hubert Hatje den heißen Sommer, aber auch Einschnitte beim Schwimmunterricht an Grundschulen. Allein im warmen Juli 2013 seien 125 Menschen an den Küsten und in Binnengewässern ertrunken. Eine Risikogruppe sind offenbar ältere Menschen ab 50 Jahren, die ihre Fähigkeit mitunter überschätzen. Sie machten die Hälfte der Badetoten aus.

Mehr als 80 Prozent der Badeunfälle (365) ereigneten sich an unbewachten Binnengewässern. Zudem ertranken 18 Menschen in der Ostsee, 8 in der Nordsee, 14 in einem Schwimmbad und 8 in Gartenteichen und privaten Swimmingpools. 17 kamen in Hafenbecken ums Leben. Das Hochwasser im vergangenen Sommer kostete zwei Menschen das Leben.

Wie schon in den Vorjahren waren vier von fünf Ertrunkenen Männer. Sie seien leichtsinniger, überschätzten ihre Fähigkeiten oder sprängen betrunken ins Wasser, sagte Hatje. Die Zahl ertrunkener Kinder und Jugendlicher stieg von 18 auf 34 an.

Der DLRG-Präsident appellierte an Bund, Länder und Gemeinden, mehr für die Badesicherzeit zu tun. "Wir brauchen mehr Gefahrenanalysen und Sicherheit durch Rettungsschwimmer an stark frequentierten Badestellen", sagte Hatje. Diese Analysen seien inzwischen an der niedersächsischen Nordseeküste in hohem Maße erfolgt, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein folgten nun.

Die DLRG warnte zugleich vor der Schließung von Schwimmbädern, was die Schwimmausbildung durch Schulen, die DLRG oder Vereine erschwere. Sie will künftig den Bundesfreiwilligendienst dazu nutzen, Teilnehmer zu Schwimmausbildern fortzubilden, um mehr Schwimmunterricht anbieten zu können.

wit/dpa