Don Van Natta - DER SPIEGEL
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Klüger werden mit: Don Van Natta

Der 39-jährige amerikanische Autor über golfende US-Präsidenten
• aus DER SPIEGEL 45/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: In Ihrem Buch »First Off the Tee« behaupten Sie, dass man an seiner Art, Golf zu spielen, erkennt, wie ein Präsident seine Geschäfte führt. Wie spielt George W. Bush?

Van Natta: Schnell. Er haut drauf und gibt sich maximal zwei Stunden für die 18 Löcher. Normal sind vier Stunden. Dabei ist es Bush egal, ob er andere mit seiner Hetzerei gefährden könnte.

SPIEGEL: Wie haben Sie recherchiert?

Van Natta: Ich habe Archive durchforstet, 100 Interviews geführt. Mit Bill Clinton habe ich selbst gespielt.

SPIEGEL: Wie war das Spiel?

Van Natta: Es ist ein offenes Geheimnis unter Golfern, dass Bill Clinton es mit den Regeln nicht so genau nimmt. Ich dachte, wenn er sich auf ein Spiel mit einem Journalisten einlässt, wird er keine Tricks wagen. Aber so funktioniert Bill nicht. Er hat sich des Öfteren einen zweiten Abschlag genehmigt und am Ende statt 200 Schläge nur 82 auf seiner Karte notiert.

SPIEGEL: Und was zeichnet Jimmy Carter aus, der ja kein Golf spielte?

Van Natta: Immer wenn ein Golfer gegen einen Nicht-Golfer kandidiert hat, hat der Golfer die Wahl gewonnen. Carter ist der Einzige, der je einen Golfer bezwungen hat, das war Gerald Ford, 1976.

SPIEGEL: Was macht Golf so attraktiv für Präsidenten?

Van Natta: Sie können für ein paar Stunden allein sein. 14 der letzten 17 Präsidenten spielten Golf. Früher allerdings oft heimlich, denn lange war Golf als elitär verpönt. John F. Kennedy zum Beispiel war ein Naturtalent, ihm wäre beinahe sogar einmal ein »hole in one« gelungen. Er war erleichtert, dass der Ball weitergerollt ist. So etwas hätte sich herumgesprochen, Kennedys Leidenschaft wäre öffentlich geworden. Heute ist Golf so sehr Massensport, dass George W. Bush im Golfdress die Nation vor den Gefahren des Terrorismus warnt.

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