Dover Flüchtlinge offenbar qualvoll erstickt
Dover - London - Die britische Polizei erhofft sich von den beiden Chinesen Hinweise auf die Täter. Nach Angaben des britischen Innenministers Jack Straw ist vermutlich eine internationale Schlepperbande für den Tod der 58 Chinesen verantwortlich. Die 54 Männer und vier Frauen waren am Montag in einem holländischen Kühltransporter in Dover entdeckt worden.
Nach Berichten des britischen Fernsehens sind sie in dem luftdicht abgeschlossenen Kühlcontainer wahrscheinlich erstickt. Der Lastwagen war auf den Namen einer Firma namens Van der Spek in Rotterdam eingetragen. Dies sei aber nur eine Briefkastenfirma zur Deckung des Menschenschmuggels, berichtete die BBC unter Berufung auf die niederländische Polizei.
Die europäischen Staats- und Regierungschefs zeigten sich bei ihrem Gipfel in Feira schockiert über das Flüchtlingsdrama und verurteilten das kriminelle Vorgehen der Menschenhändler. Es solle innerhalb der EU noch stärker zusammengearbeitet werden, um grenzübergreifende Kriminalität zu verhindern, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Auch der britische Innenminister Straw drängte auf eine stärkere Kooperation der EU-Staaten. Er glaube allerdings auch, "dass diese schreckliche Tragödie zu einer eindringlichen Warnung an all jene werden muss, die versucht sind, ihr Leben in die Hände der Schleuserorganisationen zu legen", sagte Straw.
Das britische Kriminalamt NCIS glaubt, dass jedes Jahr zehntausende von Chinesen ins Land geschmuggelt werden. Sie arbeiten danach meist ohne Aufenthaltsgenehmigung in chinesischen Restaurants und Geschäften, etwa in Londons Chinatown. Oft müssen sie den Großteil ihrer Verdienste an die Schleuser abführen. Frauen werden zur Prostitution gezwungen oder sogar als Geiseln genommen, um Lösegeld von chinesischen Verwandten zu erpressen.