Dover Zoll entdeckt 58 Leichen
Dover - Neben den Leichen, 54 Männern und vier Frauen, fand der Beamte auch zwei lebende Menschen. Sie wurden ins Krankenhaus gebracht, schweben aber offenbar nicht in Lebensgefahr. Die Polizei machte keine näheren Angaben zur Nationalität der Opfer und gab auch keine Todesursache an. Vermutlich erstickten die Menschen aber während des Transports. Der Lastwagen mit niederländischem Kennzeichen sei kurz vor Mitternacht mit einer Fähre aus dem belgischen Seebrügge in Dover angekommen, berichtete die Polizei. Der Fahrer des Lkw wurde festgenommen. Die Polizei leitete umfangreiche internationale Ermittlungen ein.
Der Zollbeamte, der die Leichen fand, ist nach Angaben der Behörde in psychologischer Behandlung. Für den Mann, der allein den Wagen inspizierte, sei die Entdeckung ein Schock gewesen. "Es ist eine furchtbare Tragödie", sagte eine Sprecherin.
Innenminister Jack Straw bezeichnete die Todesfälle als schreckliches Ereignis. "Ich bin entsetzt", sagte er und sprach den Familien der Verstorbenen sein Beileid aus. "Die Regierung ist entschlossen, gegen das üble Geschäft des Menschenhandels vorzugehen, deren Beteiligte keinerlei Respekt für das menschliche Leben zeigen." Auch Flüchtlingsorganisationen verurteilten die Menschenschmuggler als skrupellose Kriminelle.
In den vergangenen Monaten ist die britische Regierung verstärkt gegen die steigende Zahl von Asylsuchenden und gegen Menschenschmuggel vorgegangen. Im April führte sie für Fahrer, die Flüchtlinge transportieren, eine Geldstrafe von 2000 Pfund (rund 6200 Mark) pro Person ein. 1999 beantragten etwa 71.000 Menschen Asyl in Großbritannien. Im Jahr zuvor waren es 46.000 Personen.