Dreifachmord vor Fitnessclub Hinrichtung um Mitternacht
Münster - Da die Schüsse auf dem Parkplatz vor dem Sportstudio aus nächster Nähe abgegeben worden seien und die Opfer offenbar keine Gelegenheit zur Flucht hatten, gehen die Ermittler von einer gezielten Tat aus. "Es sieht nicht so aus, als hätte jemand unmotiviert auf beliebige Opfer geschossen", sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Schweer. Vermutlich habe der Täter sie erwartet. "Die Frauen waren jeden Abend gegen Mitternacht mit der Arbeit fertig." Ein Raubmord könne ausgeschlossen werden. Die Frauen hatten das Fitness-Studio bereits abgeschlossen, eingebrochen wurde dort nicht. Den Ermittlungen zufolge wurde auch keines der Opfer bestohlen. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis war bei allen drei Opfern jeweils ein einziger Schuss in den Kopf die Todesursache. Schweer sprach von einer "Hinrichtung".
Bis zu ihrem Tod hätten die Frauen ein völlig normales Leben geführt, teilten die Ermittlungsbehörden weiter mit. Die 39-jährige Deutsche hinterlässt vier Kinder. Das jüngste der drei Opfer, eine 30 Jahre alte Türkin, war Mutter eines Kindes und erwartete ihr zweites Baby. Die drei leblosen Körper waren vom Schwiegervater eines der Opfer gefunden worden. Der Mann hatte sich Sorgen gemacht, nachdem seine Schwiegertochter nicht von der Arbeit nach Hause gekommen war.
Bei der Suche nach dem Täter fehle der Polizei noch eine heiße Spur, sagte Schweer. Die Zahl der Schüsse, Art der Waffe und der Verletzungen waren zunächst nicht bekannt. Zeugen, die auf den oder die Täter hinweisen könnten, gibt es offenbar nicht. Ein Anwohner gab jedoch an, sechs bis sieben Schüsse gehört zu haben.