Dresden: DNS-Spur im Bombenkoffer - DER SPIEGEL
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Dresden DNS-Spur im Bombenkoffer

Bei der Suche nach dem Bombenleger von Dresden hat die Polizei eine erste Spur. Die Ermittler entdeckten in dem im Hauptbahnhof abgestellten Koffer, wie es hieß, "DNS-fähiges" Material. Unterdessen führten auf anderen Bahnhöfen mehrere Fehlalarme zu Zugverspätungen.
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Dresden - Diese Erkenntnis bestätigte am Sonntag ein Sprecher des sächsischen Landeskriminalamtes. Er wies zugleich einen Bericht der "Bild am Sonntag" zurück, wonach dies eine "heiße Spur" sei. Die DNS müsse nicht vom Täter stammen, es handele sich aber um sehr gut verwertbares Material.

Er machte jedoch keine Angaben, um was es sich bei dieser Spur handelt, etwa um ein Haar oder Hautreste. Das Material sei im Koffer gefunden worden und werde derzeit analysiert. "Das ist für uns eine wichtige Spur, aber ob sie letztendlich zum Täter führt, ist offen." Der Schwerpunkt der Ermittlungen liege nach wie vor auf der Herkunft der Bombenbauteile.

Nach wie vor kämen sowohl ein Einzeltäter als auch eine politisch motivierte Gruppe kämen in Betracht. Medienberichten zufolge war der Bombenbauer jedoch höchstwahrscheinlich Einzeltäter und stand nicht in Verbindung zu einer Terrorgruppe.

So hatte das Nachrichtenmagazin "Focus" am Wochenende von Hinweisen berichtet, dass der oder die Täter offenbar Laien waren. Der Sprengstoff sei zwar eine hoch brisante TNT-Hexogen-Mischung gewesen. Es sei aber unnötig gewesen, das 1,6 Kilogramm schwere Gemisch in einen Kochtopf zu packen.

Nach Informationen des SPIEGEL wurde der Sprengstoff wenig professionell aus militärischen Geschossen herausgekratzt. Dabei führen mehrere Spuren nach Sachsen. Die verwendeten Sprengschnüre seien unweit vom sächsischen Bautzen hergestellt worden. Bei den aus Tschechien stammenden Zündern prüften die Ermittler derzeit eine Kundenliste der Herstellerfirma. Die beigegebenen Schottersteine stammten möglicherweise aus einem Steinbruch im Freistaat.

Laut "Focus" sind die Schottersteine ein weiteres Indiz für unprofessionelle Urheber. Der Sprengstoff hätte die Steine zu Staub zermahlen, hieß es.

Sprengsatz war scharf

LKA-Sprecher Lothar Hofner bezeichnete die Magazinberichte als "Spekulationen". Laut LKA war der vor einer Woche an Gleis 14 des Dresdner Hauptbahnhofs gefundene Sprengsatz scharf und voll funktionsfähig. Der Koffer war neben einem Getränkeautomaten aus Glas und Metall abgestellt worden, der komplett zerstört worden wäre.

Nach Innenminister Otto Schily sprach sich auch Justizministerin Brigitte Zypries für eine verstärkte Videoüberwachung an Bahnhöfen aus. Bahnhöfe gehörten zu den von Terroristen bevorzugten Anschlagszielen, sagte die SPD-Politikerin im Hessischen Rundfunk. Schily hatte bereits eine Verstärkung der Kamera-Überwachung angekündigt. Erneut Fehlalarme

Herrenlose Koffer auf Bahnhöfen sorgten auch am Samstag wieder für Chaos im Zugverkehr. In Dresden musste der Hauptbahnhof zwischen 12 und 14 Uhr erneut teils gesperrt werden, 30 Züge waren nach Bahn-Angaben verspätet. Am Nachmittag musste der Hamburger Hauptbahnhof für eineinhalb Stunden teilweise gesperrt werden.

Als gegen 18 Uhr ein Bahn-Mitarbeiter auf dem Hauptbahnhof Hannover ebenfalls einen Koffer entdeckte, mussten hier bis zu acht Gleise gesperrt werden. In allen Fällen entpuppten sich die Gepäckstücke als harmlos. Ein Bahn-Sprecher sagte, dass es zahlreiche Zugausfälle und erhebliche Verspätungen gab.