Dschungelcamp: Medienwächter will RTL-Show stoppen - DER SPIEGEL
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Dschungelcamp Medienwächter will RTL-Show stoppen

Proportional zum Erfolg wächst die Kritik an der Dschungel-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!". Während man beim TV-Sender RTL bereits über eine neue Staffel nachdenkt, wollen Medienwächter die Sendung absetzen.
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Hamburg - Eine Entscheidung über eine zweite Staffel der Dschungel-Show sei aber noch offen, sagte RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger heute der Nachrichtenagentur ddp. Der Sender sei sehr glücklich über den großen Zuspruch der Zuschauer. Gestern Abend hatten im Schnitt 7,87 Millionen Menschen die Sendung gesehen. Der Spitzenwert lag dem Sender zufolge bei 9,5 Millionen.

Kritik sieht Sänger gelassen. "Wir machen eine Show. Das ist Unterhaltung, und die Zuschauer lieben das Format. Alle Beteiligten waren genau darüber informiert, was auf sie zukommt. Das zeigen auch die Reaktionen im Camp."

Den Kandidaten gehe es gut. "Das haben sie in der Show am Mittwoch ausdrücklich betont", sagte Sänger. Die für die Show Verantwortlichen bei RTL hätten ständig Kontakt zu dem Camp. Die Prominenten seien vorher über die Sendung "intensiv aufgeklärt" worden und stünden unter ständiger Überwachung. Die Kandidaten könnten duschen, hätten Shampoo und Toiletten. Auch seien immer Mediziner vor Ort, beteuerte der RTL-Unterhaltungschef.

Unterdessen fordert die erste Landesmedienanstalt eine Absetzung der Sendung. Der Direktor der Landesmedienanstalt Saarland, Gerd Bauer, kündigte an, er werde sich bei der Sitzung der "Gemeinsamen Stelle Programm und Werbung" der Landesmedienanstalten am 11. Februar dafür einsetzen, dass die Sendung beanstandet wird. Die für RTL zuständige Landesmedienanstalt in Niedersachsen hatte dagegen gestern erklärt, es gebe dafür keinen Grund.

Bauer bezeichnete es als erschreckend, was den Kandidaten der Show zugemutet werde. Auch wenn die Teilnahme freiwillig sei, habe man offensichtlich nicht über die psychologische Wirkung auf die Zuschauer nachgedacht, die die Stars verehrten und teilweise sogar vergötterten. "Es scheint, wir haben mit dieser voyeuristischen Show ein neues Niveau der Geschmacklosigkeit im deutschen Fernsehen erreicht", meinte Bauer.