Dschungelcamp Nick wird für Zickereien abgestraft
Hamburg - Wie fürsorglich von Dr. Bob: Der Dschungelarzt informierte Prüfungskandidatin Désirée Nick nicht nur über die Gefahren, die ihr durch die an den Spielchen beteiligten Tiere drohten - er reichte ihr auch gleich noch eine Spucktüte. Doch diesmal benötigte Nick das Utensil nicht. Am Tag zuvor hatte sie sich vor laufenden Kameras "das Essen noch mal durch den Kopf gehen lassen" (Dirk Bach). Die spitzzüngige Kabarettistin absolvierte die Ekelprüfung "Sterne à la surprise" ohne mit der Wimper zu zucken: Mit dem Mund musste sie dabei Sterne - die für die Kandidaten zusätzliche Essensrationen bedeuten - aus mit Schlabberschleim, Krabbeltieren und stinkenden Fischköpfen gefüllten Behältern saugen.
Als sie die handtellergroßen "Huntsman"-Spinnen in einem der Gefäße entdeckte, sagte sie nur: "Wenn die mir in die Lippen beißen, dann sehe ich im Gesicht aus wie Dolly Buster." Unerschrocken steckte sie zu coolen Sprüchen ("riecht ja lecker, wie eine Bouillabaisse") ihre Nase in die Acrylbehälter und holte die volle Punktzahl. Selbst den normalerweise durch nichts zum Schweigen zu bringenden Moderatoren Dirk Bach und Sonja Zietlow fielen dazu nur bewundernde Kommentare ein: "Neuer Rekord, das gab's noch nie" und "Désirée Nick ist schon ein zähes Luder". Da stolzierte die mit Aalschleim und Mehlwürmern dekorierte Nick aber bereits über die schaukelnden Hängebrücken zurück ins Camp, um den Dschungelköniganwärtern die frohe Botschaft zu überbringen.
Doch Freude kam im Camp nicht auf - ganz im Gegenteil: Statt ihren Erfolg zu verkünden und sich feiern zu lassen, legte die Nick einen Auftritt hin, der bei den Mitspielern lediglich Kopfschütteln hervorrief. In der Art einer verhärmten Domina fordere sie von Carsten Spengemann, er solle vor ihr auf die Knie sinken, um ihr die Stiefel zu schnüren. Doch der "Superstar"-Moderator dachte überhaupt nicht daran, ihr diesen Liebesdienst zu erweisen. Er habe keine Lust - und überhaupt wolle er nicht, dass seine Freundin in der Zeitung über angebliche Dominapraktiken im Camp lesen müsse. Darauf Nick: "Ach, du machst die Show also für Deine Freundin mit?" Doch Spengemann ließ sich nicht provozieren. Und als Nick kreischte, sie habe doch schließlich die volle Sternezahl gesammelt, er müsse ihr einfach die Stiefel binden, ließ er sie einfach stehen. Während die Mitspieler von den Eskapaden der Berlinerin zunehmend genervt zu sein scheinen, haben die TV-Zuschauer offensichtlich noch nicht genug von dem Lästermaul: Nick wurde auch für die nächste Dschungelprüfung gewählt.
In der für die Werbewirtschaft relevanten Zielgruppe der Zuschauer von 14 bis 49 Jahren lag die Einschaltquote gestern Abend bei 30,1 Prozent - das waren sogar mehr als der garantiert insektenfreie Herr Jauch um 20.15 Uhr erzielte. Der kam nach RTL-Informationen lediglich auf 25 Prozent.