Dschungelshow: Psycho III - DER SPIEGEL
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Dschungelshow Psycho III

So schlimm kann es also nicht gewesen sein: Carsten Spengemann, der von den TV-Zuschauern aus dem RTL-Dschungelcamp gewählt wurde, fordert: "Ich bin ein Star - Holt mich wieder rein". Dabei ist es im Lager alles andere als gemütlich: "Alle gegen Nick", scheint das neue Motto der Show zu sein.
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Hamburg - Carsten Spengemann kann es nicht fassen: Die RTL-Zuschauer wollten ihn tatsächlich nicht mehr sehen und haben ihn aus der Sendung gewählt. Nach der Verkündung durch die Moderatoren Sonja Zietlow und Dirk Bach habe er zunächst gedacht, das sei ein "ganz übler Scherz". Auf dem Weg zurück in die Zivilisation sagte er: "Ich dachte, die kommen gleich wieder". In diesem Moment habe er erkannt, dass er eigentlich gar nicht raus wollte. "Wenn es nach mir gehen würde, würde ich sagen: Ich bin ein Star - Holt mich da wieder rein. Denn die anderen brauchen mich."

"Carsten! Du wolltest es doch! Du bist doch erlöst", hatte ihm Mitspielerin Désirée Nick mit spitzer Zunge auf den Weg gegeben. Später analysierte sie: "Es kratzt an seinem Ego unter Garantie, dass er heute überraschend rausgewählt worden ist." Schließlich sei Spengemann als "strahlender Macho-Held" ins Camp eingezogen, dann habe er die Waffen strecken müssen, frotzelte Nick. Spengemann verriet: "Ich habe ehrlich gesagt damit gerechnet: Désirée oder Isabell, eine von beiden".

In dem Camp habe er seine Grenze erfahren wollen, sagte er im Gespäch mit dem Moderatoren-Duo. "Ich hab' versucht, alles zu geben, ich habe versucht so zu sein, dass es der Gruppe hilft." Die Zuschauer hätten "den Carsten, so wie er ist" gesehen. Tatsächlich sahen die Zuschauer ja einen Spengemann, der auf seiner Pritsche lag und mit wässrigen Augen in den Dschungel starrte. Warum er denn so gejammert habe, fragte Zietlow den "Superstar"-Moderator. "Der Unterschied ist ja: Wenn du Aufgaben machen musst, die mit Geschicklichkeit und mit Sport zu tun haben, ist es natürlich etwas ganz anderes, als etwas zu essen", versuchte er die Männer zu verteidigen, die im Gegensatz zu den Dschungelkönig-Anwärterinnen nur einen Bruchteil an Sternen gesammelt hatten.

Kaum war Spengemann weg - den Kollegen hatte er noch den Rat gegeben: "Haut Euch nich die Köppe ein" -, flogen bei den verbleibenden Urwaldbewohnern die Fetzen: Isabell Varell und Désirée Nick kratzten sich verbal die Augen aus. Die Damen warfen sich gegenseitig Lügen, Unehrlichkeit, Neid und Eifersucht vor. "Du bist für mich das Unehrlichste auf der Welt, was mir seit 100 Jahren begegnet ist", sagte Varell. Darauf Nick: "Niemand kann mir nachsagen, dass ich arrogant und unehrlich bin. Das ist doch verlogen, Isabell!" Varell irre sich in vielen Dingen, erklärte die Berliner Kabarettistin mit schriller Stimme. "Es fängt schon einmal damit an, dass du der festen Meinung bist, ich wolle Dschungelkönigin werden. Das ist völlig falsch." Darauf Varell: "Stimmt nicht. Das unterstellst du mir jetzt einfach." Nick: "Jetzt lügst du! Ich habe es gehört, heute Morgen im Interview. Bist du eifersüchtig auf mich? Du bist doch ein Büdel des Neides und der Eifersucht." Schließlich mischte sich Herren in die Debatte ein: "Ruhe" herrschte er Nick an. "Mäßige dich. Du beleidigst die Menschen zutiefst." Darauf die Berlinerin: "Mäßige du dich!" Herren brüllte: "Halt den Mund jetzt. Du provozierst mich. Wenn ich deine Stimme höre, könnte ich kotzen, so ekelhaft ist das." Und dann sprach er den legendären Küblböck-Satz: "Red nicht mit mir". Nick sei "böse und brandgefährlich", sagte Herren. "Du machst andere Leute fertig. Du profilierst dich auf Kosten anderer." Nick: "Du hast doch Wahnvorstellungen." Schließlich mischte sich auch noch der Hesse Jimmy Hartwig mit: "Das Gesabbel, hörd auf jetzt. Ihr habt doch was in dr' Birne. Isch krieg grad mal n' Hals", schrie er die Leidensgenossen an.

Den Hals voll bekommen hat die Gruppe dann aber auch noch:

  • Erst holte Varell bei ihrer Dschungelprüfung "Fluch der Finsternis" alle erreichbaren vier Sterne. Dabei musste sie ihren Arm in enge Öffnungen stecken, in denen Krabbeltiere versteckt waren. "Deine Hand wird an Orte gelangen, an denen noch nie zuvor eine Hand gewesen ist", warnte Teamarzt Dr. Bob. In den Höhlen warteten Aale, Ameisen, Kakerlaken und Mehlwürmer und Echsen auf die Hand der Schauspielerin. "Das war Psycho Teil III", beschrieb sie die Aufgabe später.
  • Der Viererclub wird noch einen weiteren Tag gemeinsam im Camp verbringen. Die Moderatoren hatten die Kandidaten nicht informiert, dass an diesem Tag niemand aus der Show gewählt wurde. Als Varell, Herren und Hartwig die Nachricht bekamen, dass sie nicht die Koffer packen, brach der Lindenstraßen-Darsteller Herren in Jubel aus: "Ja, ja, ja!" rief er, offensichtlich in der Annahme, Nick sei rausgewählt worden. Als es hieß, Désirée Nick bleibe auch, sagte Varell: "Nichts ja." Darauf Nick mit säuerlichem Gesicht: "Jetzt wissen wir ja Bescheid."