PSYCHOLOGIE Dünne Vorbilder
Sind die dünnen Vorbilder in den Mode- und Fitnessjournalen schuld, wenn Frauen zu viel hungern? Der US-Kommunikationswissenschaftler Steven Thomsen hat knapp 500 High-School-Schülerinnen nach ihrer Lektüre und ihrer Praxis der Gewichtskontrolle befragt. Immerhin 11 Prozent der Befragten hatten im Vorjahr Abführmittel geschluckt, 15 Prozent Diätpillen, 9 Prozent Nahrung erbrochen, um abzunehmen. Mehr als die Hälfte der Studentinnen nahm zeitweilig weniger als 1200 Kilokalorien pro Tag zu sich. Vor allem die Leserinnen von Fitness-Magazinen neigen besonders häufig zu ungesunden Mitteln bei der Gewichtskontrolle: Fast 80 Prozent probierten es mit Erbrechen, 73 Prozent mit Diätpillen, 60 Prozent mit Abführmitteln. Modemagazin-Leserinnen verfahren ähnlich rabiat mit ihrem Körper, der einzige Unterschied: Sie schlucken weniger Abführmittel. Allerdings sieht Thomsen, so berichtet das US-Blatt »Psychology Today«, in diesen Magazinen nicht die Ursache des gefährlichen Schlankheitswahns - sondern einen Verstärker. »Frauen, die bereits an Essstörungen leiden«, so das Fazit des Wissenschaftlers, »suchen in solchen Magazinen Unterstützung.«