Erschütterungen in NRW Lauter Knall schreckt Düsseldorfer auf
Erdbebenstation Bensberg: Die Kurven eines Seismogramms zeigen die Wellen eines Bebens
Foto: Henning Kaiser/ dpaDüsseldorf - Mindestens ein lauter Knall und Erschütterungen haben am frühen Morgen Anwohner in Düsseldorf aufgeschreckt. Bei Polizei und Feuerwehr meldeten sich viele besorgte Bürger. "Die Anrufer beschrieben ein Rütteln an ihren Häusern und Wohnungen", sagte Feuerwehrsprecher Andreas Zingsheim dem WDR . "Es war richtig unheimlich. Erst gab es einen lauten Knall, dann habe ich eine Erschütterung gespürt. Die Fensterscheiben haben leicht geklirrt", berichtete eine Anwohnerin "RP Online" .
Auch in den Sozialen Netzwerken fragten viele Nutzer: Was ist da passiert? "Seltsame Nacht… habt ihr es auch rumsen gehört in Düsseldorf?", schrieb eine Twitter-Nutzerin . "Megaknall, Bett hat gewackelt, Scheiben vibriert, zweimal das ganze…", meldete sich ein anderer . "Erdbeben in Düsseldorf? Hier hat's doch gerade ordentlich geknallt irgendwie?", fragte ein dritter - und lag mit seiner Vermutung richtig.
Die Erdbebenstation Bensberg der Universität Köln registrierte zwei Beben: Demnach hatte die erste Erschütterung um 5.53 Uhr eine Stärke von 1,9 auf der Richter-Skala, die zweite um 6.13 Uhr eine Magnitude von 1,6. Auch der Geologische Dienst NRW meldete die beiden Erdbeben. Das Epizentrum lag demnach jeweils bei Erkrath, etwa neun Kilometer östlich von Düsseldorf. Die Stärke habe knapp über der für Menschen spürbaren Schwelle gelegen.
Karte der Erdbebenstation: Epizentrum östlich von Düsseldorf
"Es waren sehr flache Beben, in nur zwei bis drei Kilometern Tiefe, an einem ungewöhnlichen Ort", sagte Geophysiker Klaus-Günter Hinzen, Leiter der Erdbebenstation Bensberg. Weiter westlich, Richtung niederländischer Grenze seien Beben dieser Stärke relativ häufig. Dann aber meist in einer Tiefe von zehn bis 15 Kilometern - und somit kaum spürbar. Rechtsrheinisch, in Düsseldorf, sei dies jedoch ein ungewöhnliches Ereignis. "Die genaue Ursache ist noch nicht bekannt", sagte Hinzen.
Über den Online-Fragebogen der Erdbebenwarte berichteten bis zum Mittag etwa 30 Menschen, sie hätten ein Wackeln ihrer Betten sowie klappernde Schränke und Regale wahrgenommen. Auch von einem Knallgeräusch wurde berichtet. "Dieses Knallphänomen gibt es mitunter bei Erdbeben. Wenn Erdschichten brechen, hört sich das manchmal wie ein Knallen an", sagte Hinzen. Schäden an Gebäuden seien bei Erdbeben dieser Stärke nicht zu erwarten, in der Regel erst ab einer Magnitude von 4,0. Auch Polizei und Feuerwehr meldeten bislang keine Einsätze aufgrund der Beben.
Einige nahmen die leichten Erdbeben mit Humor: