Düsseldorfer Anschlag Polizei verfolgt 160 Spuren
Düsseldorf - Bei der Fahndung nach dem Düsseldorfer Bombenleger ist der Durchbruch auch am neunten Tag nach dem Anschlag ausgeblieben. Inzwischen gebe es 160 Spuren, sagte ein Polizeisprecher am Samstag in Düsseldorf. Die Polizei hatte in den vergangenen Tagen zwei Verdächtige nach stundenlangen Verhören wieder auf freien Fuß gesetzt. Am Freitag hatte die Polizei bestätigt, dass einer der Beschuldigten, ein 34- jähriger Militaria-Händler, Kontakte zu rechtsextremen Kreisen unterhielt.
Auch zur NPD habe der vorbestrafte Mann offenbar Verbindungen gepflegt, hieß es in Polizeikreisen. Ein politischer Hintergrund des Anschlags stehe aber keineswegs fest. Die Polizei warnte vor einer Vorverurteilung des Verdächtigen. Ermittelt werde weiterhin in alle Richtungen.
Unterdessen demonstrierten am Samstag rund 2000 Menschen in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt gegen Rechtsextremismus. Zahlreiche Gruppen vor allem aus dem linken politischen Spektrum hatten zu der Kundgebung aufgerufen. In Sprechchören forderten die Demonstranten ein Verbot der rechtsextremen NPD.
Der Demonstrationszug stoppte am S-Bahnhof "Wehrhahn", wo die mit dem Sprengstoff TNT gefüllte Weltkriegsgranate explodierte. Die Demonstranten erinnerten am Tatort mit einer Schweigeminute an den Anschlag.
Bei dem Handgranaten- Attentat waren zehn Menschen teilweise schwer verletzt worden. Eine 26-jährige Schwangere verlor durch die Bombensplitter ihr Kind, sie und ihr Mann schwebten lange Zeit in Lebensgefahr. Die meisten Opfer sind jüdischen Glaubens.