Dutzende Tote: Feuersturm wütet in Griechenland - DER SPIEGEL
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Dutzende Tote Feuersturm wütet in Griechenland

Verzweiflung auf dem Peloponnes und in anderen Gebieten Griechenlands: Rund 170 Großbrände sind inzwischen aufgeflammt und teilweise nicht unter Kontrolle zu bringen. Hunderte Menschen sind in Dörfern von den Flammen eingeschlossen. Die Feuerwehr meldet 37 Tote.
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Athen - Mindestens 37 Menschen sind bei den verheerenden Waldbränden auf der griechischen Halbinsel Peloponnes ums Leben gekommen. Dies teilte die Feuerwehr am Samstagmorgen mit. Bei ihren Rettungseinsätzen im Morgengrauen fanden die Helfer in dem Dorf Zacharo Dutzende Tote. Die Menschen seien "in ihren Autos, Häusern und auf den Feldern" an Rauchvergiftung gestorben oder verbrannt, sagte ein Feuerwehrsprecher. Unter den Opfern sei auch eine Mutter mit ihren vier Kindern zwischen fünf und 15 Jahren, die in der Nähe des Dorfes Mahista den Flammen zum Opfer fielen. Auch drei Feuerwehrleute starben im Kampf gegen die Flammen.

Einsatzkräfte durchkämmen weiter von den Flammen verwüstete Dörfer im Westen des Peloponnes. Im Südosten verloren sechs Menschen ihr Leben bei einem Brand in der Nähe der Ortschaft Areohoro.

Nach Einbruch der Dunkelheit gestern Abend waren mindestens 25 neue Feuer ausgebrochen, die Zahl der Brände stieg damit nach Angaben eines Feuerwehrsprechers landesweit auf 170. Die Behörden prüften, ob in einigen Fällen Brandstiftung vorlag. Heißer Wind mit Sturmböen verhinderte zuweilen den Einsatz von Löschflugzeugen. Der starke Wind sollte nach Vorhersagen von Meteorologen bis zum Samstagabend anhalten. In Südgriechenland herrschen derzeit Höchsttemperaturen um die 40 Grad. Auch nachts fällt das Thermometer nicht unter 30 Grad.

Mehrere hundert Menschen wurden am frühen Samstagmorgen mit kleinen Fähren aus der kleinen Hafenstadt Nea Stýra auf der Insel Euböa zum Festland gebracht. Auf der zweitgrößten griechischen Insel waren in der Nacht mehrere Brände ausgebrochen. Hunderte Menschen flohen in Panik aus ihren Ferienhäusern der Region von Nea Stýra im Süden der Insel. Die Rauchwolken des Brandes auf Euböa erreichten die östlichen Vororte Athens. Die Behörden riefen den Notstand in der Region aus.

Auch in einem Park der Hauptstadt Athen selbst brach in der Nacht ein großes Feuer aus. Betroffen war das wohlhabende Viertel Filothei, einige Kilometer nördlich der Innenstadt. Zehn bis zwölf Löschzüge brachten das Feuer innerhalb von zwei Stunden unter Kontrolle.

In Bergdörfern auf dem westlichen Peloponnes waren in der Nähe der Ortschaft Zaharo noch hunderte Menschen von den Flammen eingeschlossen. Allein in dieser Gegend kamen neun Menschen ums Leben, nachdem ein Auto mit einem Löschwagen der Feuerwehr zusammengestoßen war und einen Stau verursachte, während Bewohner aus dem Gebiet flüchten wollten. Am Morgen waren die rauchenden Trümmer des umgestürzten Löschwagens im Straßengraben zu sehen, die verkohlten Wracks mehrerer Autos und eines Motorrads lagen auf der Straße verteilt.

"Wir durchleben heute eine unsagbare Tragödie", sagte Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis, der Zaharo am Freitagabend besuchte. Der Vorsitzende der oppositionellen Sozialisten, Georgios Papandreou, sprach von "Szenen biblischer Zerstörung". Die Regierung ersuchte die EU um jede erdenkliche Hilfe. 500 Soldaten und mehrere Militärhubschrauber sollten die Löscharbeiten ab dem Morgengrauen unterstützen.

"Wir konzentrieren uns nun darauf, Leben zu retten, wo Menschen eingeschlossen sind, und darauf, die Feuerfronten zu begrenzen", erklärte Feuerwehrsprecher Nikos Diamandis am frühen Samstagmorgen. Bei Fernsehsendern gingen verzweifelte Anrufe von Bewohnern und Gemeindevertretern ein. "Ich bin ganz alleine im Dunkeln in einem lodernden Tal. Ich brauche Hilfe", erklärte ein Mann, den der Fernsehsender Mega als Bürgermeister des Dorfs Palaiochori identifizierte. Eine Frau im Dorf Rodina nahe Zaharo sagte dem Fernsehsender Antenna, dass etwa 20 Menschen in dem Ort eingeschlossen seien. "Wir können das Feuer vor uns sehen. Es ist zu unseren Füßen. Wir ersticken am Rauch."

cai/ap/dpa/afp