Ebay nimmt Holocaust-Souvenirs von der Seite - DER SPIEGEL
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"Widerlicher Handel" Ebay entfernt Holocaust-Souvenirs von Plattform

Dutzende Gegenstände aus den Vernichtungslagern der Nazis waren in der vergangenen Woche bei Ebay zu ersteigern. Wie die "Daily Mail" berichtet, bot ein Ukrainer unter anderem Zahnbürsten und eine Uniform aus dem KZ Auschwitz zum Verkauf. Die Auktionsplattform bemüht sich nun um Schadensbegrenzung.
Ebay-Hauptzentrale in Kalifornien: Entschuldigung wegen Holocaust-Souvenirs
Ebay-Hauptzentrale in Kalifornien: Entschuldigung wegen Holocaust-Souvenirs

Ebay-Hauptzentrale in Kalifornien: Entschuldigung wegen Holocaust-Souvenirs

Foto: John G. Mabanglo / dpa / picture alliance
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Hamburg - Eine Gefangenen-Uniform aus dem Konzentrationslager Auschwitz für knapp 13.000 Euro, eine Zahnbürste für 170 Euro, die Schuhe eines getöteten KZ-Häftlings für 1110 Euro: Rund 30 Gegenstände aus dem Holocaust waren zeitweise bei Ebay zu ersteigern, wie die britische "Daily Mail" berichtet .

Demnach wurden die Artikel in der vergangenen Woche bei dem Onlinehändler eingestellt, darunter mehrere gelbe Davidsterne und die komplette Häftlingsuniform eines polnischen Bäckers, der in dem Vernichtungslager getötet wurde. Die Zeitung informierte demnach die Auktionsplattform, woraufhin die Artikel von der Seite genommen wurden.

In Großbritannien wurde der Handel mit den Gegenständen scharf kritisiert. Der britische Kulturminister Ed Vaizey sprach von einem "abscheulichen und widerlichen Handel". Er sagte dem Blatt: "Webseiten müssen stets wachsam sein, um zu gewährleisten, dass solche Sachen nicht zum Verkauf stehen."

Dem Bericht zufolge wurden die Sachen von einem in Kanada lebenden Ukrainer angeboten, der bereits früher wegen ähnlicher Artikel kritisiert wurde. Er rechtfertigte sich jedoch, er wolle sich damit nicht selbst bereichern. Die Gegenstände dienten der "Dokumentation", er wolle mit dem Erlös Geschichtsprojekte unterstützen. "Diese Kapitel in der Geschichte ist schrecklich, niemand sollte es vergessen." Nach eigener Aussage habe er die Sachen bei einem Händler in den USA erstanden.

Das Unternehmen bemühte sich daraufhin um Schadensbegrenzung. "Wir bedauern, dass diese Produkte auf Ebay eingestellt wurden", heißt es in einer Stellungnahme. Man sei bestürzt, dass man in diesem Fall die eigenen Standards nicht gewahrt habe.

Der Konzern habe umgerechnet knapp 30.000 Euro an eine wohltätige Organisation gespendet, um seine Betroffenheit zum Ausdruck zu bringen. Ebay erhält bei jedem versteigerten Artikel eine Provision, zudem fallen Gebühren für die Verkäufer an. Der Zeitung zufolge konnte Ebay nicht sagen, wie lange die Gegenstände zum Verkauf standen.

gam/Reuters/AP