EgyptAir-Absturz: Ägyptische Piloten kritisieren US-Ermittler - DER SPIEGEL
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EgyptAir-Absturz Ägyptische Piloten kritisieren US-Ermittler

Die amerikanischen Ermittler, die den Absturz der EgyptAir-Maschine vor der Ostküste im letzten Jahr untersuchen, sollen wichtige Erkenntnisse unter Verschluss halten. Das wirft ihnen zumindest die ägyptische Pilotenvereinigung vor.
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Kairo - Der Vorsitzende der Vereinigung, Walid Murad, forderte am Sonntag in Kairo die Veröffentlichung von Radar-Aufnahmen und Aussagen zweier Piloten. Die Piloten sollen Murad zufolge ausgesagt haben, sie hätten an der Absturzstelle Raketen ausgemacht. Bei dem Absturz am 31. Oktober waren alle 217 Insassen der Maschine ums Leben gekommen.

Die US-Ermittler hatten in der vergangenen Woche einen Bericht über das Flugzeugunglück vorgelegt. Darin wurden vorherige Berichte bestätigt, wonach Co-Pilot Gamil al-Batuti kurz vor dem Absturz wiederholt Gebete im Cockpit der Maschine gesprochen hatte. Aus Ermittlerkreisen war im vergangenen Jahr verlautet, das Gebet deute darauf hin, dass einer der Piloten die Maschine möglicherweise absichtlich zum Absturz gebracht habe. Eine andere Theorie lautete, die Piloten hätten gemeinsam einen Absturz verhindern wollen.

Von ägyptischer Seite waren Spekulationen stets zurückgewiesen worden, einer der Piloten könnte den Absturz absichtlich herbeigeführt haben. Die Vorgänge an Bord kurz vor dem Absturz hatten Anlass zu vielerlei Spekulationen gegeben. Sie reichten von technischen Mängeln über einen Sabotageakt bis hin zum Selbstmord des Kopiloten.

Murad sagte, die US-Ermittler hätten die Radar-Aufnahmen zurückgehalten, weil sie militärische Geheimnisse offenbarten. Er forderte, weitere Teile der Unglücksmaschine zu bergen und die Untersuchungen auf das Höhenruder zu konzentrieren.

Die Boeing 767-300 ER der ägyptischen Fluggesellschaft EgyptAir war weniger als eine Stunde nach dem Start in New York vor der Küste des US-Bundesstaates Massachusetts ins Meer gestürzt. Die Passagiere des Fluges befanden sich in 10.000 Meter Höhe auf dem Flug nach Kairo, als der Autopilot abgeschaltet, der Schub gedrosselt und das Höhenruder umgestellt wurde, so dass die Boeing rasch an Höhe verlor.