Ehe Fonda-Turner geschieden War es Liebe oder Babysitting?
Los Angeles - Das verflixte siebte Jahr hatten Jane Fonda und Ted Turner gut überstanden. Für eine Promi-Ehe, an der anfangs viele zweifelten, war das schon eine beachtliche Leistung. Kaum jemand gab der Fitnesskönigin und dem Medienmogul eine Chance, als das ungleiche Paar im Dezember 1991 den Bund für das Leben schloss.
Seiner feministischen Braut versprach der CNN-Gründer damals, dass er sein Chauvi-Verhalten ablegen und "diesmal ein total anderer Ehemann" sein werde. Für beide war es der dritte Gang vor den Traualtar. Die Ehe endete am Dienstag nach knapp zehn Jahren mit dem Entscheid des obersten Bezirksgerichts von Fulton im US-Bundesstaat Georgia.
Die Grundlagen der Ehe seien "unwiderbringlich zerstört", so stand es in dem Scheidungsantrag, den Jane Fonda im April eingereicht hatte. Dabei sah es doch jahrelang so harmonisch aus: Jane und Ted beim Ausritt auf seiner Ranch in Montana, Jane und Ted bei Hilfsprojekten in Afrika, die er mit Millionenbeträgen unterstützt, Jane und Ted bei Empfängen in Atlanta, dem Sitz des CNN-Imperiums, wo sie als "königliches Paar" verehrt wurden.
Doch im neunten Ehejahr begann es zwischen der 63-Jährigen Oscargewinnerin und dem 62-Jährigen Geschäftsmann zu kriseln. Kurz nach der Jahrtausendwende verkündete das "Traumpaar", dass sie an einem Punkt angelangt seien, "wo jeder Zeit für sich brauche".
Natürlich seien sie beide am Weiterbestehen ihrer Ehe interessiert, hieß es in der Erklärung. Was war schief gegangen? Während Tom Cruise und Nicole Kidman seit ihrer Trennung im Februar hartnäckig die Antwort verweigern, packen Jane Fonda und Ted Turner aus. Turner hatte in einem Interview mit der Zeitschrift "The New Yorker" im vergangenen Monat eine für ihn plötzliche intensive Hinwendung Fondas zum Christentum als einen Grund für das Zerwürfnis genannt. Sie sei früher nie eine religiöse Person gewesen. Ihr unerwartetes Bekenntnis sei ein Schock gewesen.
Fonda hatte dem selben Magazin gesagt, dass sie ihren Glaubenswechsel extra nicht mit Turner besprochen habe, weil er bestimmt versucht hätte, "es ihr auszureden". Schlimmer aber sei für Turner gewesen, dass sie nach der Geburt einer Enkeltochter nicht mehr so viel Zeit für ihn hatte. "Er braucht jemanden hundert Prozent der Zeit um sich herum", beklagte sich Fonda in "The New Yorker". "Er nennt das Liebe. Für mich ist das Babysitting, nicht Liebe."
Kein Scheidungskrieg
Fonda, die 1971 mit dem Film "Klute" und 1978 mit "Coming Home" Oscars gewonnen hatte, will es offenbar nicht zu einem Scheidungskrieg kommen lassen. "Wir waren zehn Jahre zusammen und ich werde immer an ihn denken. Ich wünsche ihm alles Gute." Auch scheint die Regelung der Finanzen friedlich abzulaufen. Das Vermögen Turners, der nach dem Zusammenschluss von AOL und Time Warner im vergangenen Jahr die direkte Kontrolle über CNN verloren hatte, wird auf neun Milliarden Dollar geschätzt, das von Fonda auf 60 Millionen Dollar. Einzelheiten über die Aufteilung des immensen Besitzes der beiden sind nicht bekannt. "Die Angelegenheit sei geregelt", ließ Fonda durch ihren Anwalt mitteilen.
Drastische Veränderungen in ihrem Leben ist Jane Fonda gewöhnt. In den sechziger Jahren war sie Hollywoods Sexsymbol, in den Siebzigern wurde sie zur lautstarken Vietnam-Gegnerin, in den achtziger Jahren feierte sie als Aerobic-Vorturnerin ein Comeback. Inzwischen ist sie dreifach geschieden, zweifache Mutter und Großmutter. In einem Zeitungsinterview sagte die Schauspielerin kürzlich, dass sie ihre Memoiren schreibe. "Eine Sache, über die ich mich auslassen werde, sind Trennungen und Scheidungen", verspricht Fonda und fügt hinzu, dass "eine Scheidung nicht unbedingt ein Scheitern" sei.