Eifel-Zoo: Löwen-Drama mit Happy-End - DER SPIEGEL
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Eifel-Zoo: ""Er musste erst ein stattlicher Löwe werden"

Foto: Harald Tittel/ dpa

Eifel-Zoo Löwen-Drama mit Happy End

Löwe Malor wird nach der Geburt von seiner Mutter verstoßen. Es dauert ein Jahr und vier Monate, bis er wieder mit ihr in einem Gehege zusammenkommt. Jetzt verstehen sich beide prächtig.
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Sichtlich entspannt liegt Malor neben seiner Mutter. Nur gelegentlich öffnet der junge Löwe die Augen, um am Gehege vorbeiziehende Besucher zu beobachten. Was normal scheint, ist im Eifel-Zoo in Rheinland-Pfalz etwas ganz Besonderes.

Malor musste ein Jahr und vier Monate alt werden, um mit seiner Mutter zusammenleben zu können. "Es ist für mich das Größte, dass er jetzt mit seiner Mutter vergesellschaftet werden konnte", sagt die Leiterin des Eifel-Zoos, Isabelle Wallpott.

Anfangs sah es nicht so aus, als ob dies je passieren würde. Löwin Lira hatte ihren Nachwuchs nach der Geburt verstoßen: Sie kümmerte sich nicht um das 700 Gramm schwache Junge. Tierpfleger holten es schließlich aus dem Gehege. Zoochefin Wallpott nahm Malor mit nach Hause und zog ihn über Monate mit Milchfläschchen in ihrem Wohnzimmer groß. "Viele dachten damals, dass er nicht überlebt", sagt die 35-Jährige heute.

Tierarzt mit Blasrohr zur Sicherheit dabei

Im vergangenen Spätsommer war Malor im Zoo umgezogen. Sein Gehege grenzte an das seiner Mutter, aber fürs Zusammenziehen war es noch zu früh. "Er musste erst ein stattlicher Löwe werden, der sich auch durchsetzen kann", sagt Wallpott. Durch einen Gitterschieber konnten sich die beiden beschnuppern - aber Malor, dessen Vater zwischenzeitlich an einem Nierenversagen gestorben ist, war noch lange ängstlich.

"Irgendwann hat mir mein Bauchgefühl gesagt: Jetzt ist es so weit", sagt Wallpott. Das war vor wenigen Tagen, Malor wog inzwischen gut 150 Kilo. Doch spontan ging das nicht. Für den großen Moment musste ein Tierarzt mit Blasrohr bereitstehen, der die Löwen betäuben hätten können, wenn sie aufeinander losgegangen wären. Der Mediziner hätte auch notoperieren können. Alle Zoomitarbeiter hatten sich versammelt. "Wir waren aufs Schlimmste vorbereitet."

"Als wäre es nie anders gewesen"

Dann wurde der Schieber aufgezogen. Und: "Es passierte nichts", so Wallpott. Lira ging in Malors Gehege, Malor drehte sich um und legte sich mit dem Rücken zu Lira. "Das war der Vertrauensbeweis", sagt Wallpott. Kurz darauf legte sich Lira daneben. "Sie sahen ganz friedlich aus, als wäre es nie anders gewesen."

Die Erleichterung war groß. "Meine schlimmste Befürchtung war eigentlich, dass er nicht versteht, dass er ein Löwe ist. Weil er ja auf den Menschen geprägt ist und mit der Flasche aufgezogen worden ist." Doch nun könne er endlich "richtig Löwe sein", sagt Wallpott. "Die beiden verstehen sich super."

msc/dpa