Ein Monat nach den Anschlägen: Amerika trauert - DER SPIEGEL
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Ein Monat nach den Anschlägen Amerika trauert

Es ist genau einen Monat her, dass zwei Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Center rasten und wenig später eine dritte Maschine in das Pentagon stürzte. Tausende Amerikaner gedachten heute der schrecklichen Minuten.
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New York/Washington - Um 08.48 Uhr unterbrachen mehrere hundert Einsatzkräfte ihre Arbeit in den Trümmern des eingestürzten World Trade Center für eine Schweigeminute. In Washington versammelten sich Tausende, unter ihnen Präsident George W. Bush, zu einer Gedenkfeier vor dem Pentagon.

An dem kurzen Gottesdienst in New York nahm auch Bürgermeister Rudolph Giuliani teil. "Das Feuer brennt noch, aber aus ihm ist ein stärkerer Geist hervorgegangen", sagte Giuliani. "Manchmal kommt es mir vor, als sei es erst gestern passiert, manchmal erscheint es ein Jahr oder länger her."

Im Laufe der Gedenkzeremonie beteten die Teilnehmer zunächst für die 343 Feuerwehrleute und 23 Polizisten, die bei dem Anschlag auf das WTC ums Leben gekommen waren, dann für alle anderen Opfer. 4.815 Menschen gelten nach wie vor als vermisst, der Tod von 422 Personen wurde bestätigt, 370 von ihnen sind identifiziert. Außerdem starben 157 Menschen an Bord der beiden Flugzeuge, die von Terroristen in die Türme des World Trade Center gelenkt wurden.

"Ich muss zugeben, es vergeht kein Tag, an dem ich keine Tränen in den Augen habe", sagte Edwin Soseby, einer der Arbeiter am "Ground Zero", dem Platz, auf dem bis vor einem Monat das World Trade Center stand. Von den rund 1,2 Millionen Tonnen Trümmern sind bislang knapp 259.000 Tonnen - etwa 16.000 Lastwagenladungen - nach Staten Island transportiert worden. Gouverneur George Pataki lobte am Mittwoch die unermüdlichen Anstrengungen der Arbeiter. "Es gibt noch immer sehr viel zu tun, und die Rettungskräfte arbeiten noch immer unter großen Strapazen", sagte Pataki.

Der saudi-arabische Prinz Walid Ibn Talal Abd al-Asis übergab Giuliani einen Scheck in Höhe von zehn Millionen Dollar für die Angehörigen der Terror-Opfer. "Wir sind hier, um Amerika und New York zu sagen, dass Saudi-Arabien mit ganzem Herzen bei den Vereinigten Staaten ist", sagte er.

Die Zeremonie in New York bildete den Auftakt einer Reihe von Gedenkveranstaltungen im ganzen Land. "Wir sind versammelt, um zu erinnern, zu trösten und zu beten", sagte Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in Washington. Diejenigen, die bei den Terroranschlägen vor einem Monat gestorben seien, blieben als Helden im Gedächtnis. Beim Absturz einer entführten Maschine auf das Pentagon wurden am 11. September alle 64 Insassen des Flugzeugs sowie vermutlich 125 Menschen im Innern des Gebäudes getötet.

Papst mahnt zum Frieden

Papst Johannes Paul II. rief am Donnerstag in Rom zu Versöhnung und Frieden auf. "Möge Gott jede Spur von Bitterkeit, Feindschaft und Hass aus den Herzen der Menschen auslöschen", sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Rom. In Gedenken an die Opfer der "unmenschlichen Terrorangriffe" sagte der Papst: "Wir bitten um Trost für ihre Familien und Angehörigen."

Von AP-Korrespondent Jerry Schwartz

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