Ein Überlebender berichtet "Der nackte Kampf ums Leben"
Wien - "Es war Glück, dass ich mit meiner Tochter ganz hinten eingestiegen bin", sagte der 39 Jahre alte Mann aus Gallsbach in Oberösterreich dem ORF-Radio. Bereits nach dem Start habe er schon "nach ein paar Sekunden" bemerkt, "da raucht's irgendwie". Im Tunnel habe er gemeinsam mit einem weiteren Fahrgast festgestellt, "da brennt ein ganz kleines Feuer". Dieser Fahrgast habe vergeblich versucht, mit dem Handy Rettung zu holen.
Der Zug sei dann stehen geblieben, das Licht sei ausgegangen, unter den Passagieren sei sofort Panik ausgebrochen. "Zuerst hat man geglaubt, es ist nur ein Stromausfall". "Wir haben krampfhaft versucht, die Türen aufzumachen", jedoch ohne Erfolg. "Plötzlich stand der Führerstand lichterloh in Flammen", zitierte die "Kronenzeitung" den Mann. "Kinder schrieen und weinten, unvorstellbare Panik überall, der nackte Kampf ums Leben."
Nachdem einige Fahrgäste durch die eingeschlagene Plexiglasscheibe nach draußen geflüchtet seien, "hab ich mir gedacht, das können wir auch", sagte er im Radio. "Ich habe meiner Tochter einen Schubs gegeben. Sie ist in den Schacht geflogen". "Es war stockdunkel". Er habe sich gewundert, wie er selbst es durch die Scheibe nach draußen geschafft habe. "Das Loch war nicht groß". Er sei dann mit seiner Tochter über die Treppe neben den Schienen 600 Meter ins Tal gerannt.
Nach dieser Darstellung ist das Feuer "in der hinteren Führerkabine" ausgebrochen. "Mir ist es wie ein Schwelbrand oder Kabelbrand vorgekommen". Anweisungen des Zugführers habe es nicht gegeben. Der Mann könne das Geschehen immer noch nicht fassen.