Eine Stunde in der Hölle Liebe, Verzweiflung, Todesangst
Washington - Zahlreiche Amerikaner haben über panische Anrufe von Verwandten und Freunden berichtet, die in ihren Büros im World Trade Center (WTC) saßen, als am Dienstag um 8.40 Uhr das erste Flugzeug in die 110-geschossigen Gebäude raste. In der "Washington Post" ist die letzte dramatische Stunde im Leben des Ehemanns und Vaters James Gartenberg veröffentlicht. Zusammen mit seiner Sekretärin war er im 86. Stock des Nordturms von den Flammen eingeschlossen.
Gartenberg rief um 8.46 Uhr, kurz nach dem Aufprall der Maschine, seine Frau Jill im Büro an. Mit panischer Stimme hinterließ er eine Nachricht auf ihrem Anrufbeantworter. Er sei eingeschlossen und es brenne im Hochhaus. Ein Freund, Adam Goldman, rief gleichzeitig aus Chicago an, nachdem er die ersten Bilder im Fernsehen gesehen hatte. "Adam, ich bin eingeschlossen, ich kann nicht raus!" schrie Gartenberg ins Telefon. "Bleib ruhig", sagte der Freund. "Ich hab Angst, hol' mich raus", flehte Gartenberg.
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Der 35-Jährige rief in der Personalabteilung seiner Firma an, die ihr Büro außerhalb hat. "Margaret, wir sind gefangen", sagte Gartenberg. "Versuch den Notausgang", empfahl die Kollegin. "Das geht nicht, vor der Tür liegt so viel Schutt, dass wir sie nicht aufbekommen." Margaret Luberda alarmierte auf einer anderen Leitung die Feuerwehr. "Jim, Sie kommen und holen euch raus", beruhigte sie Gartenbaum. "Der Rauch wird immer schlimmer, sollten wir die Scheibe einhauen?", fragte der 35-Jährige. Luberda fragt bei der Feuerwehr nach. "Lieber nicht, Jim, aber sie kommen und holen euch."
"Geht unter die Schreibtische"
"Der Rauch wird schlimmer", berichtete Gartenbaum erneut. "Habt ihr Wasser? Macht eure Jacken nass und atmet dadurch", riet Luberda. Im Büro begann die Decke einzubrechen. "Geht unter den Schreibtisch", sagte Luberda. Gartenberg und Puma krochen mit den Telefonen unter den Tisch. Der Freund, Adam Goldman rief erneut an. "Du bist mein bester Freund. Ich weiß nicht, ob ich hier rauskomme. Kümmere Dich bitte um alle", sagte Gartenberg, immer aufgelöster. Er rief seine Frau erneut an. "Ich liebe Dich, und unsere Tochter." Luberda, die die ganze Zeit auf einer anderen Telefonleitung wartete, sagte Gartenberg, der Rauch werde unerträglich. Dann war die Leitung plötzlich tot. Es war kurz vor 10 Uhr. Um 10.28 Uhr stürzte der gut 400 Meter hohe Büroturm ein.