Einsturz von Einkaufszentrum in Riga: Dutzende Tote - DER SPIEGEL
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Einsturz von Einkaufszentrum in Riga "Unfassbare Tragödie"

Noch immer werden Menschen unter den Trümmern vermutet: Die Rettungskräfte in Riga suchen rund 24 Stunden nach dem Einsturz eines Einkaufszentrums weiter nach Überlebenden. Laut dem Innenminister gibt es Zweifel, ob die Bauvorschriften eingehalten worden waren.
Eingestürztes Einkaufszentrum in Riga: Dutzende Tote
Eingestürztes Einkaufszentrum in Riga: Dutzende Tote

Eingestürztes Einkaufszentrum in Riga: Dutzende Tote

Foto: Roman Koksarov/ AP/dpa
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Riga - Beim Einsturz des Supermarktdaches in Lettland sind mindestens 50 Menschen ums Leben gekommen. Rettungskräfte suchen in Riga weiter nach Überlebenden. Wie viele Personen noch unter den schweren Betonteilen verschüttet sind, ist laut Feuerwehr unklar. Die Zahl der Toten war im Laufe des Tages immer weiter gestiegen.

Präsident Andris Berzins sprach von einer "unfassbaren Tragödie". Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Es gebe Anzeichen, dass Bauvorschriften nicht eingehalten worden seien, sagte Innenminister Rihards Kozlovskis im lettischen Fernsehen.

Das Dach war am Donnerstagabend eingestürzt. Zuvor sei rund zehnmal der Feueralarm losgegangen, bestätigte der Gebäudebetreiber Berichte von Augenzeugen. Trotzdem sei nicht evakuiert worden, da es "keine offensichtlichen Anzeichen von Feuer" gegeben habe.

Das Flachdach brach auf mindestens 500 Quadratmetern ein, das Gebäude sei wie ein Kartenhaus eingestürzt, sagte Vizebürgermeister Andris Ameriks.

Fernsehbilder zeigten, wie Soldaten mit Spürhunden nach Vermissten suchten. Rettungskräfte räumten mit Spezialkränen Trümmer zur Seite. Zahlreiche Anwohner legten vor der Absperrung Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Im Rigaer Dom versammelten sich Hunderte, um der Opfer des Unglücks zu gedenken.

Regierungschef Valdis Dombrovskis verhängte eine dreitägige Staatstrauer. Am Montag soll landesweit eine Gedenkminute für die Opfer einlegt werden. Die Nachbarländer Estland und Litauen wollen die Nationalflaggen am Sonntag auf halbmast setzen.

Unter den Toten sind auch drei Feuerwehrmänner, mindestens sieben Helfer wurden bei dem Einsatz verletzt. Ein Mitarbeiter des Rettungsdienstes sprach von einer sehr komplizierten und gefährlichen Hilfsaktion. Es sei nicht auszuschließen, dass weitere Teile einstürzen. Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf.

Die Behörden haben Videoaufnahmen von den Überwachungskameras im Supermarkt erhalten. Die Polizei erhofft sich von den Aufnahmen Hinweise auf die Unglücksursache. Zudem hat sie auf der Basis der Aufnahmen einen Lageplan mit Standorten erstellt, an denen noch Opfer vermutet werden.

hut/dpa