Einsturzgefahr Polizei räumt Bahnhof von Traunstein
Traunstein - "Ob tatsächlich Einsturzgefahr besteht, wissen wir nicht", sagte ein Polizeisprecher. Feuerwehr und Polizei hätten das Gebäude geräumt und für die Besucher gesperrt. Es handle sich jedoch um eine reine Vorsichtsmaßnahme. "Es gibt kein Knarzen in der Decke, Putzbröckeln oder Ähnliches, was auf eine akute Einsturzgefahr hindeutet", betonte der Sprecher.
Nach dem Einsturz der Eishalle sind bayerische Gemeinden alarmiert: Die Stadt Rosenheim hat sicherheitshalber zwei Sporthallen gesperrt. "Wir sind natürlich durch die Vorkommnisse in Bad Reichenhall sensibilisiert", sagte der Leiter des Schul- und Sportamtes der oberbayerischen Stadt, Frank Leistner. "Außergewöhnlich ist, dass nur Nassschnee gefallen ist, das erhöht die Last natürlich massiv." Dennoch seien die Belastungsgrenzen nicht erreicht gewesen. Ein Statiker sei derzeit mit der Prüfung beschäftigt. Gebe er Entwarnung, könnten die Hallen möglicherweise bald wieder freigegeben werden.
Bei anderen großen Eissporthallen in Bayern geht der Betrieb dagegen ohne Einschränkungen weiter. In Füssen etwa sehen die Experten keine Gefahr für die Eissporthalle. Das Dach sei vor einigen Jahren saniert worden. Auch gebe es regelmäßige Messungen. Dagegen sei seit dem Sommer vergangenen Jahres das Hallenschwimmbad geschlossen, weil Statiker wegen des Dachs Bedenken angemeldet hätten, sagte Axel Winter vom Füssener Bauamt.
In Garmisch-Partenkirchen waren zwar in der Nacht mehr als 20 Zentimeter Neuschnee gefallen, jedoch sehen die Behörden keine Gefahr für die Stahlkonstruktion des Eisstadion-Daches. Es gebe regelmäßige Messungen, die auch protokolliert würden, sagte ein Sprecher.
Salzburg schließt städtische Sporthallen
In Österreich haben heftige Schneefälle zu Stromausfällen und Straßensperren geführt. Etwa 15.000 Haushalte seien von der Stromversorgung abgeschnitten, sagte ein Sprecher des Versorgers Energie AG. Durch die großen Neuschneemengen seien Bäume umgestürzt, Stromleitungen beschädigt oder unterbrochen worden.
Im Westen des Landes waren rund 40 Straßen durch den Schnee unpassierbar oder durch Bäume auf der Fahrbahn blockiert. Nach den großen Neuschneemengen herrschte große Lawinengefahr. Wegen des Risikos von Lawinenabgängen wurde am Morgen auch ein Abschnitt der Autobahn von Salzburg nach Villach im Süden des Landes gesperrt.
Nach dem Unglück in Bad Reichenhall wurden in Salzburg sämtliche städtischen Sporthallen geschlossen. Der Schnee sei schwerer und nasser als sonst, sagte ein Sprecher der österreichischen Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik. Insbesondere Flachdächer müssen dadurch eine größere Last tragen.