Eisschmelze und Regen: Pegelstände steigen dramatisch - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Eisschmelze und Regen Pegelstände steigen dramatisch

Deutschland bereitet sich auf das Hochwasser vor: Die Spundwände stehen vielerorts schon, Sandsäcke sind gefüllt. An vielen Flüssen in Deutschland steigen die Pegelstände bereits gefährlich. Doch die Schneemassen schmelzen weiter und es regnet. An vielen Stellen kann es rasch brenzlig werden.
Hochwasser in Cochem: Auf der Bundesstraße schwimmen jetzt Schwäne
Hochwasser in Cochem: Auf der Bundesstraße schwimmen jetzt Schwäne

Hochwasser in Cochem: Auf der Bundesstraße schwimmen jetzt Schwäne

Foto: Thomas Frey/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zell/Köln/Berlin - Die Lage ist in vielen Teilen Deutschlands kritisch. Regen und Schneeschmelze haben die Pegelstände mehrerer Flüsse auch am Samstag weiter steigen lassen. In Zell in Rheinland-Pfalz und in Cochem schwappte das Moselhochwasser am Vormittag schon über einen Hochwasserdamm in die Stadt. "Es ist eine Frage der Zeit, bis die ersten Keller volllaufen", sagte ein Polizeisprecher. Ein Sprecher des Polizeipräsidiums Trier betonte, die Lage sei "überall" kritisch. "Die ganze Mosel ist von Anfang bis Ende extrem belastet."

Hochwasser

In Koblenz, wo die Mosel am Deutschen Eck in den Rhein fließt, rechnet die Feuerwehr mit dem schlimmsten seit zehn Jahren. Teile der Altstadt könnten überflutet werden. Für Montag sei ein Ansteigen des Wassers auf 7,50 bis 8 Meter "nicht auszuschließen", meldete die Hochwasserzentrale. Bereits seit Freitag ruht der Schiffsverkehr auf Neckar und Mosel. Auch auf einigen Abschnitten des Rheins droht der Stopp.

Köln erwartet Höchststand am Anfang der Woche

In Köln verschärft sich die Hochwasserlage ebenfalls. Der Pegelstand des Rheins werde wohl bis Sonntagmorgen auf über 8,30 Meter steigen, sagte eine Sprecherin der Hochwasserschutzzentrale Köln. Am Samstagvormittag stand das Wasser bei 6,70 Metern, der Rhein stieg zeitweise um etwa zehn Zentimeter pro Stunde. Der Höchststand werde am Montag oder Dienstag erwartet, neun Meter seien dann nicht auszuschließen. Bei Ratingen nahe Düsseldorf rutschte ein vom Regen aufgeweichter Hang auf eine Landstraße.

In Thüringen verlängerte der Deutsche Wetterdienst seine Warnung vor starkem Tauwetter bis Sonntagabend. Fluss- und Bachläufe könnten über die Ufer treten und Straßen überfluten. Die Ilm in Mellingen im Weimarer Land und die Sprotte im ostthüringischen Großstöbnitz überschritten bereits am Samstagvormittag die höchste dortige Alarmstufe drei. Am Fluss Gera im Süden von Erfurt und an der Nesse in Eisenach galt Alarmstufe zwei.

Die Polizei im bayerischen Bamberg musste überschwemmte Straßen sperren, unter anderem die Autobahn 73 von Bamberg Richtung Suhl. Die Pegelstände in Mittelfranken erreichten am Vormittag stellenweise die höchste Warnstufe vier. Besonders betroffen sind die Bereiche Schwabach und Erlangen. Auch entlang der Aisch und des Mains mussten Straßen gesperrt werden.

Sorgen an der Weißen Elster

In Sachsen-Anhalt bereitet vor allem die Lage an der Weißen Elster Sorgen. Im Burgenlandkreis erreichte der Wasserstand Alarmstufe drei. "Das Wasser ist innerhalb von 24 Stunden um 1,20 Meter rasant gestiegen", hieß es beim Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Auch andere Flüsse schwollen heftig an - und zumindest bis Montag ist keine Besserung in Sicht. Ähnlich sieht die Situation in Sachsen aus.

In Niedersachsen und Bremen führen ebenfalls einige Flüsse Hochwasser, die Lage ist aber bisher noch entspannt. In Hessen sind kleinere Straßen gesperrt, Keller liefen voll Wasser. Größere Probleme gab es nach Polizeiangaben zunächst nicht. Allerdings rechnen die Behörden damit, dass der Main weiter ansteigt.

ler/dpa

Mehr lesen über