El Salvador: 170 Tote bei Erdbeben - DER SPIEGEL
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El Salvador 170 Tote bei Erdbeben

Nur wenige Wochen nach den katastrophalen Erdstößen in El Salvador hat ein neues Erdbeben die Region erschüttert. Dabei kamen mindestens 170 Menschen ums Leben.
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San Salvador - Wie das Nationale Notstandskomitee (COEN) mitteilte, wurden außerdem 1557 Verletzte gezählt. Es wurden noch mehr Opfer unter den Trümmern eingestürzter Häuser oder unter Erdrutschen vermutet.

Das Beben, das nach Angaben von COEN eine Stärke von 6,1 auf der Richterskala erreichte, war zwar deutlich schwächer als das katastrophale Beben vom 13. Januar, das mehr als 800 Menschenleben gefordert hatte. Das Epizentrum lag aber nicht vor der Küste, sondern im Inneren des dicht besiedelten Landes. Nach Aussage von Experten verstärkte außerdem die Schwingungsform die zerstörerische Wirkung.

Bei dem Erdbeben auf den Tag genau einen Monat zuvor waren nach offiziellen Zahlen rund 200.000 Häuser zerstört oder beschädigt worden. Der deutsche Caritas-Experte Hajo Spoerhase schätzte, dass jetzt noch einmal mindestens 20.000 zerstörte Gebäude hinzukommen.

Am stärksten betroffen waren die östlich der Hauptstadt ziemlich genau in der Mitte des Kleinstaates von der Größe Sachen-Anhalts gelegenen Provinzen San Vicente, La Paz und Cuscutlan, die vom großen Januar-Beben weitgehend verschont geblieben waren. "Es gibt dort Orte, wo 70 bis 80 Prozent der Häuser zerstört worden sind", sagte Staatspräsident Francisco Flores. Besonders schlimm hat es die Stadt Cojutepeque in der Provinz Cuscutlan erwischt. Dort wurden unter einem eingestürzten Schulgebäude noch 25 verschüttete Kinder vermutet.

In den drei betroffenen Provinzen waren die Krankenhäuser mit Verletzten überfüllt. Die Panamericana-Fernstraße wurde, wie schon im Januar, durch Erdrutsche in der östlichen Provinz San Vicente unterbrochen. Die Katastrophenzone wurde nach den zahlreichen Erdrutschen von einer riesigen Staubwolke eingehüllt.

Präsident Flores rief das Ausland am Dienstag zu medizinischer Hilfe auf. Die USA, Guatemala und Nicaragua hätten noch am Dienstag Hubschrauber geschickt, sagte Flores. Die ausländischen Hilfsorganisationen, die seit dem Januar-Beben im Land arbeiten, sahen sich am Dienstag oft gezwungen, ihre Bemühungen umzuorientieren. "Wir müssen umdenken, wir waren schon in der Phase des Wiederaufbaus und sind jetzt zurückgeschmissen in die Phase Nothilfe", sagte Caritas-Vertreter Spoerhase.