El Salvador Über 250 Tote bei Erdbeben
San Salvador - Wie das Nationale Notstandskomitee (COEN) mitteilte, wurden bis Mittwoch außerdem 2261 Verletzte gezählt. Genaue Angaben über die Zahl der zerstörten Häuser gab es nicht.
Das Beben, das nach Angaben des COEN eine Stärke von 6,1 auf der Richterskala erreichte, war zwar deutlich schwächer als das katastrophale Beben vom 13. Januar, das mindestens 827 Menschen getötet hatte. Das Epizentrum lag aber nicht vor der Küste, sondern im Inneren des dicht besiedelten Landes rund 25 Kilometer östlich von San Salvador. Nach Aussage von Experten verstärkte außerdem die Schwingungsform die zerstörerische Wirkung.
Staatspräsident Francisco Flores rief das Ausland zu weiterer Hilfe und die eigene Bevölkerung zur Ruhe auf. Er habe eine Sondertruppe aufstellen lassen, um den Opfern des neuen Erdbebens zu helfen. Die Fürsorge für Erdbebenopfer vom 13. Januar solle aber nicht vernachlässigt werden, versprach Flores. Auch die ausländischen Hilfsorganisationen, die seit dem Januar-Beben im Einsatz sind, sahen sich vor zusätzliche Belastungen gestellt.
Von dem Beben am stärksten betroffen waren die östlich der Hauptstadt gelegenen Provinzen San Vicente, La Paz und Cuscutlan, die vom großen Januar-Beben weitgehend verschont geblieben waren. "Es gibt dort Orte, wo 70 bis 80 Prozent der Häuser zerstört worden sind", sagte Flores. Besonders schlimm hat es die Stadt Cojutepeque in der Provinz Cuscutlan erwischt. Dort wurden unter einem eingestürzten Schulgebäude noch 25 verschüttete Kinder vermutet.
In den drei betroffenen Provinzen waren die Krankenhäuser mit Verletzten überfüllt. Die Panamericana-Fernstraße wurde wie schon im Januar durch Erdrutsche in der östlichen Provinz San Vicente unterbrochen. Die Katastrophenzone wurde nach den zahlreichen Erdrutschen von einer riesigen Staubwolke eingehüllt.
Die internationale Organisation Ärzte ohne Grenzen schickte drei Teams in die betroffene Region. In San Vicente wurden Zelte aufgebaut und Medikamente für ein Krankenhaus geliefert. Die Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes berichtete, das neue Beben habe vor allem unter Kindern, die durch die mehr als 3000 Nachbeben der vergangenen Wochen ohnehin schon traumatisiert gewesen seien, extreme Panik ausgelöst.