Elbhochwasser Dresden bereitet Evakuierungen vor
Dresden/Schöna/Pirna Zumindest das Tempo der steigenden Wassermassen hat sich verlangsamt. In Dresden verharrte der Wasserstand heute früh zunächst bei 6,89 Metern, erklärte eine Sprecherin der Stadt. Kritisch wird die Lage in der Regel ab einem Pegel von 7 Metern dann gilt Alarmstufe 4. Mit einer möglichen Evakuierung von Häusern in elbnahen Stadtteilen rechnen die Behörden nicht vor Morgen. Dafür müsse ein Pegelstand von 7,50 Metern erreicht werden, hieß es.
Anders die Situation in Schöna: Hier verzeichnete der Katastrophenschutz einen Wasserstand von 7,85 Metern. Für heute Abend wird an dieser Messstation mit einem Höchststand zwischen 8,30 bis 8,50 Metern gerechnet.
Neben dem Tauwetter ließen ergiebige Schauer in die Morgenstunden die Flüsse zusätzlich anschwellen, meldete der Wetterdienst Meteomedia. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr fielen in Dresden 8,3 Liter, in Pirna 7,9 Liter Regen pro Quadratmeter. Und es ist kein Ende abzusehen: Ab morgen Mittag rechnen die Meteorologen mit erneuten Niederschlägen.
In Pirna und Dresden sollen ab heute die ersten Gebäude in flussnahen Gebieten geräumt werden. Zunächst herrschte aber noch die mittelstarke Alarmstufe drei, wie ein Sprecher des Lagezentrums der Polizei auf Anfrage mitteilte.
In Bad Schandau mussten in der Nacht rund 150 Bewohner ihre Häuser verlassen. Sie wurden bei Bekannten und in der Stadthalle in Sebnitz untergebracht, sagte eine Sprecherin der Einsatzleitung heute. Die Evakuierung der Häuser erfolgte, nachdem in großen Teilen des Stadtkerns der Strom abgeschaltet worden war.
Katastrophenalarm in Tschechien, Erdrutsche in der Schweiz
Im Osten Europas führen wegen Regenfällen und Schneeschmelze neben Elbe und Donau auch Moldau und March Hochwasser. Angesichts der starken Überschwemmungsgefahr haben die tschechischen Behörden gestern Abend in der Region Südböhmen Katastrophenalarm ausgerufen. Betroffen waren die Bezirke Tabor und Jindrichuv Hradec.
Der Fluss Luznice, der ohnehin schon Hochwasser führe, werde in den kommenden Stunden vermutlich noch um einige Dutzend Zentimeter ansteigen, sagte der Chef des regionalen Sicherheitsrates. In der südlichen Region Mähren wurde Katastrophenalarm ausgerufen. Mehrere tausend Menschen wurden dort evakuiert.
Im Schweizer Kanton Solothurn lösten heftige Niederschläge zwei Erdrutsche aus. Über das ganze Kantonsgebiet verteilt seien Keller überschwemmt worden. Zudem führe die Emme Hochwasser.
Bundesumweltminister warnt vor Elbausbau
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel hat im Hinblick auf das erneute Hochwasser an Elbe, Donau und Main vor einem weiteren Ausbau der Elbe gewarnt. Im ZDF-"Morgenmagazin" warnte der SPD-Politiker heute davor, wirtschaftliche Interessen gegen den Hochwasserschutz auszuspielen. "Vorbeugen ist besser, als Schlamm auszubaggern", sagte Gabriel. Wenn das Gedächtnis ein bisschen nachlasse, setzten sich wirtschaftliche Interessen letztlich gegen die Hausbesitzer durch, kritisierte er.
ala/dpa/AP/AFP