Elfenbeinküste Bis zu 170 Tote nach Flugzeug-Crash
Abidjan - Es passierte eine Minute nach dem Start im westafrikanischen Abidjan: Der Airbus A-310 konnte offenbar nicht genug an Höhe gewinnen, dann stürzte er ins Wasser. Die Ursache für das Unglück ist noch unbekannt. Zu Berichten, ein Triebwerk des Flugzeuges sei nach dem Start in Brand geraten, nahm Kenya Airways keine Stellung.
An Bord befanden sich 179 Menschen, 169 Passagiere und zehn Besatzungsmitglieder. Eine Handvoll Überlebender hielt sich an schwimmenden Wrackteilen fest, als die Rettungskräfte eintrafen. Ein Mann konnte nach Informationen der BBC an die Küste schwimmen. Bisher sind neun Überlebende entdeckt worden.
Die Suche nach den noch vermissten Insassen dauert an. Die Mehrzahl sollen Nigerianer sein. Die Maschine war auf dem Weg von Nairobi nach Lagos in Nigeria und in Abidjan zwischengelandet.
Ein überlebender Passagier berichtete, gleich nach dem Start habe es Probleme gegeben. Die Maschine habe nicht die Balance halten können. Und im nächsten Augenblick sei man schon im Wasser gewesen. Der Mann, der Nigerianer Samuel Ogbada Adje, übte scharfe Kritik an den Rettungsmaßnahmen. "Wenn die Helfer früher gekommen wären, hätten viele von uns gerettet werden können", sagte Adje. Zwei Stunden habe es gedauert, bis Unterstützung gekommen sei.
Kenya Airways war letztes Jahr von Fachjournalisten zur Airline des Jahres in Afrika gewählt worden. "Das ist in unserer Firmengeschichte der erste Unfall", sagte ein Sprecher in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Der Pilot sei sehr erfahren gewesen. Das Wetter war zum Zeitpunkt des Unglücks gut.
Die ehemalige staatliche Fluggesellschaft ist 1996 privatisiert worden. Die niederländische Fluglinie KLM hält 26 Prozent an dem Unternehmen.
Die Flotte von Kenya Airways bestand vor dem Unfall in der Elfenbeinküste aus vier Airbussen A-310 und sechs Boeing 737. Die Unglücksmaschine soll 1986 gebaut worden sein. Noch am vergangenen Freitag hatte das Unternehmen angekündigt, in den kommenden zwei Jahren die Airbusse durch neue Boeing 737-700 ersetzen zu wollen.