Elian: Junge, komm bald wieder! - DER SPIEGEL
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Elian Junge, komm bald wieder!

Der internationale Streit um den Flüchtlingsjungen Elian ist in eine neue Runde gegangen. Tränenreich appellierten seine beiden Großmütter an die USA, das Kind zurück nach Kuba zu schicken.
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New York/Havanna - Mariela Quintana und Raquel Rodriguez trafen am Freitag als Gäste des Nationalen Ökumenischen Kirchenrates in New York ein. "Niemand hat das Recht, einen amerikanischen Staatsbürger aus ihm zu machen. Er wurde auf Kuba geboren, er lebte auf Kuba, er ist Kubaner", bekräftigte Quintana unmittelbar nach der Ankunft.

Mutter und Stiefvater des Sechsjährigen waren im vergangenen November auf der Flucht ertrunken. Der Junge wurde gerettet und lebt seitdem bei Verwandten in Miami im US-Bundesstaat Florida.

Bei einer Pressekonferenz auf dem internationalen New Yorker Kennedy-Flughafen äußerten die Großmütter die Hoffnung, dass sie "Elian treffen und mit ihm "so schnell wie möglich" nach Kuba zurückkehren könnten. Eine Reise nach Miami schlossen sie jedoch aus. Sorge um ihre Sicherheit sei nicht der Grund. "Ich fühle mich sehr gut hier, ich habe vor niemandem Angst", betonte Quintana.

Die Verwandten in Miami wollen Elian behalten. Sie klagen vor einem Bundesgericht gegen die US-Regierung, die dem Vater das Sorgerecht zu gesprochen hat. In einer Reaktion auf die vom Fernsehen übertragene Pressekonferenz bekräftigten sie, dass Elian nicht nach Kuba zurück wolle. Dies sei vielleicht auch der Grund für die Weigerung der Großmütter, nach Miami zu kommen. "Ich glaube, sie haben Angst, das zu hören", sagte Elians Cousine Marisleysis Gonzalez.

Der auf Kuba gebliebene Vater Juan Miguel Gonzalez lehnte aus Sicherheitsbedenken eine Reise in die USA ab. Er hatte die beiden Großmütter in Havanna verabschiedet."Seine einzige Botschaft ist: Das Kind muss heimkehren", berichtete Quintana. Hunderttausende Kubaner waren in den vergangenen Wochen in Havanna auf die Straße gegangen, um der Forderung Nachdruck zu verleihen.

Nach dem Willen mehrerer Kongressabgeordneter soll Elian amerikanischer Ehrenbürger werden, eine äußerst seltene Auszeichnung. Als Ehrenbürger würde er seinen Ausländerstatus verlieren, und ein Familiengericht in den USA könnte über das künftige Sorgerecht entscheiden. Eine solche Instanz hatte Elian kürzlich dem Großonkel zugesprochen. Das US-Justizministerium hält dieses Urteil für ungültig, da der Einwanderungsbehörde das Entscheidungsrecht zukomme.