Elizabeth II. in Australien Staatsbesuch beim eigenen Volk
Sydney - Königin Elizabeth II. weihte heute einen neuen Säulengang an der berühmten Oper von Sydney ein. Mehrere tausend Zuschauer nahmen an der Zeremonie teil, mit der die westlichen Kolonnaden mit Blick auf den Hafen der australischen Metropole eröffnet wurden. Die Queen hatte das Wahrzeichen vor mehr als 30 Jahren eingeweiht. Sie hält sich seit gestern zusammen mit ihrem Mann Prinz Philip zu einem fünftägigen Staatsbesuch in Australien auf.
Der 45 Meter lange Säulengang ist die erste Erweiterung des 1973 fertiggestellten Gebäudes. Entworfen hat ihn der dänische Architekt Jörn Utzon, der bereits das Opernhaus geplant hatte. Er hat sein Werk jedoch nie gesehen, da er 1966 wegen eines Streits mit den örtlichen Behörden Australien verließ. Die Oper von Sydney gilt als Utzons Meisterwerk und eines der bedeutendsten Bauwerke des 20. Jahrhunderts.
In Vertretung seines Vaters nahm Utzons Sohn Jan an der Einweihung teil. Er erklärte, sein Vater sei inzwischen zu alt, um den langen Flug nach Australien auf sich zu nehmen. "Mein Vater lebt und atmet das Opernhaus, und als sein Schöpfer muss er nur die Augen schließen, um es zu sehen."
Die Königin in lindgrünem Kostüm mit passendem Hut sagte in einer Ansprache, der Anbau zeige, "dass die Oper nichts Heiliges ist, sondern eine lebendige Struktur, ein dynamischer und sich entwickelnder Ort, der die Bedürfnisse seiner Nutzer erfüllt und die Wünsche der Menschen widerspiegelt."
Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt Australiens und will am Mittwoch die Commonwealth-Spiele in Melbourne eröffnen. Erst 1999 scheiterte bei einem Verfassungsreferendum der Vorschlag, Australien von einer konstitutionellen Monarchie in eine Republik mit einem Präsidenten als Staatsoberhaupt umzuwandeln.
Umfragen deuteten damals allerdings darauf hin, dass die Befürworter einer Republik gewonnen hätten, wenn die Option bestanden hätte, den Präsidenten direkt von den Bürgern wählen zu lassen. Ministerpräsident John Howard, ein überzeugter Monarchist, hatte als Alternative zur Königin lediglich einen vom Parlament gewählten Präsidenten angeboten.
Nach der Zeremonie an der Oper besuchte die Queen einen Gottesdienst in der Innenstadt von Sydney und nahm an einem Empfang teil, den Howard gab. Anschließend flog sie nach Canberra weiter.
dab/AP