Elsässer Morde: Hinweise auf Serienkiller verdichten sich - DER SPIEGEL
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Elsässer Morde Hinweise auf Serienkiller verdichten sich

Die ermordeten Mädchen Julie, 14, und Jeanne-Marie, 11, sowie die 38-jährige Hedwige Vallée sind vermutlich demselben Verbrecher zum Opfer gefallen. Unter den Angehörigen wächst unterdessen die Wut auf die Justiz, die den bereits verurteilten Hauptverdächtigen vorzeitig aus der Haft entlassen hatte.
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Straßburg - Die Polizei stellte in den drei Fällen Ähnlichkeiten fest: So waren alle Opfer sexuell missbraucht und erstochen worden, ihre Geschlechtsteile wiesen Verstümmelungen auf. Alle waren innerhalb nur weniger Tage verschwunden, ihre nackten oder teilweise entblößten Leichen wurden in Bachläufen in einem 20-Kilometer-Radius um den elsässischen Ort Bourgheim gefunden.

Hauptverdächtiger ist derzeit der 56-jährige Pierre B. "Im Moment weist einiges daraufhin, dass er in den Tod von Julie, Jeanne-Marie und Vallée verwickelt ist", sagte ein Polizeisprecher in Straßburg. Beweise gebe es dafür aber noch nicht, bislang werde gegen B. nur im Fall Julie ermittelt. Neue Erkenntnisse erhoffen sich die Ermittler von einer DNS-Analyse. Im Auto des Verdächtigen waren Blutspuren von Julie gefunden worden, sein eigenes Blut befand sich auch am Fahrrad des getöteten Mädchens.

Der auch als "Pierrot der Verrückte" bekannte Gewalttäter hat unter anderem wegen Vergewaltigung und Mordversuchs bereits 35 Jahre in Gefängnissen und psychiatrischen Anstalten zugebracht. Seit seiner vorzeitigen Haftentlassung wohnt er in einem Wohnwagen in Bourgheim. Er streitet die Tat ab. Sein Anwalt Olivier Charles warnte in der Zeitung "Dernières Nouvelles d'Alsace" davor, seinen Klienten nur auf Grund von Ähnlichkeiten auch für die anderen beiden Fälle verantwortlich zu machen.

Im Fall Jeanne-Maries ermitteln die Behörden inzwischen auch gegen acht Angehörige eines Familien-Clans, mit dem B. verwandt sein soll.

Unterdessen wuchs die Empörung darüber, dass der mutmaßliche Mörder Julies im März frühzeitig wegen guter Führung aus dem Gefängnis entlassen wurde, obwohl er erst 1996 wegen Raubüberfalls und Vergewaltigungen zu 28 Jahren Haft verurteilt worden war, die später auf 20 Jahre reduziert wurden. Die Eltern von Julie riefen für den kommenden Samstag zu einem Schweigemarsch vor das Berufungsgericht in Colmar auf.