Vorrichtung gegen lärmende Kinder Teenietus
Michael und Kathryn Mitchell vor ihrem Haus in Ipswich
Foto: Albanpix.comKathryn Mitchell aus dem englischen Ipswich hat kein Problem mit Kindern, die im Garten toben. Zumindest wenn sie leise sind. "Es ist reizend zu hören, wenn Kinder spielen", sagte die 52-Jährige dem "Telegraph" . "Schreien aber ist etwas anderes." Und da beginnt das Problem, das in der Stadt inzwischen die Behörden beschäftigt.
Kathryn Mitchell wohnt mit ihrem 14 Jahre älteren Mann Michael in einem Haus neben einer Mutter mit vier Kindern. Die Kleinen sind alle jünger als zehn und krakeelen draußen angeblich in einer Lautstärke, die nicht zu überhören sei. Und so sah sich das Ehepaar vor wenigen Monaten zu einem drastischen Schritt veranlasst.
Fiese Töne
Die Mitchells kauften eine elektronische "Teenager-Abschreckungsanlage" für umgerechnet gut 180 Euro. Das Gerät sendet fiese Töne in einer derart hohen Frequenz, dass nur Menschen bis zu einem Alter von 25 Jahren sie hören können. Denn das Gehör lässt mit dem Alter nach.
Auch in Deutschland gibt es solche Geräte legal zu kaufen. Aus einem Meter Entfernung zum Ohr kann dieser Druck so unangenehm wahrgenommen werden wie der Lärm eines Presslufthammers. Ob das Gerät auf Dauer Gesundheitsschäden hervorruft, ist unter Experten umstritten. Auf privatem Raum ist der Einsatz rechtlich erlaubt.
"Sobald wir die Anlage einstellen, hören die Kinder auf zu spielen und gehen ins Haus", sagte Kathryn Mitchell.
Die Mutter der Kinder hält von dem neuen Gerät naturgemäß nichts - und fühlt sich drangsaliert. "Sie sind wirklich schrecklich", sagte die Frau über das Ehepaar. Eine Freundin der Mutter sagte, die Kinder würden manchmal weinen, weil die Töne so schrill seien. Manchmal sei die Anlage mehrere Stunden in Betrieb.
Ein Beamter der Stadt forderte die Mitchells auf, ihre Anlage außer Betrieb zu setzen. Sie sei schädlich für das Zusammenleben in der Gemeinde und verstoße gegen das Gesetz. Leiste das Ehepaar der Anweisung nicht Folge, müsse es mit einer Strafe von mehr als 3500 Euro rechnen.
Doch die Mitchells wollen hart bleiben. Man habe sich erkundigt - die Anlage sei "zu hundert Prozent legal". Im übrigen, sagte Michael Mitchell, sei das Ganze mitnichten grausam. "Ich würde niemals ein Kind mit Absicht verletzen."